Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) ist als „Ort der Demokratiegeschichte“ ausgezeichnet worden. Die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte würdige damit den Beitrag des WDR zu unabhängiger Berichterstattung, freier Meinungsbildung und demokratischer Öffentlichkeit, teilte der Sender in Köln mit. Im Rahmen einer Feierstunde wurde am Haupteingang des Funkhauses am Wallrafplatz in Köln eine Plakette enthüllt, die den Sender als Ort deutscher Demokratiegeschichte ausweist. Dabei waren neben Stiftungsdirektor Carsten Männlein auch WDR-Intendantin Katrin Vernau und NRW-Medien- und Europaminister Nathanael Liminski (CDU).
Das Funkhaus am Wallrafplatz erinnere daran, dass der Rundfunk seit seinen Anfängen informierte Debatten ermögliche, vor Desinformation schütze „und die Kommunikationsfreiheiten als zentrale und von unserer Verfassung garantierte Grundrechte lebendig hält“, erklärte Stiftungsdirektor Männlein. Nach 1945 sei mit dem WDR ein Medienhaus entstanden, das für den demokratischen Neubeginn in Nordrhein-Westfalen stehe. Das Kölner Funkhaus am Wallrafplatz stehe für die wichtige Rolle des Rundfunks beim Aufbau der Demokratie in Deutschland. Die 1924 in Münster gegründete Westdeutsche Funkstunde AG, die in das besetzte Rheinland und Ruhrgebiet sendete, sei 1927 nach Köln gezogen. Dort wurde 1956 der WDR gegründet.
Vernau: Duales Mediensystem unverzichtbar für liberale Demokratie
Öffentlich-rechtliche und private Medien trügen mit der Politik Verantwortung für eine freie und vielfältige Medienlandschaft, betonte WDR-Intendantin Vernau. „Ein starkes duales Mediensystem ist unverzichtbar für unsere liberale Demokratie.“ Nur so könne sie jeden Tag neu gelebt, geschützt und gestärkt werden. Demokratie brauche freie Medien. Nach dem Ende der NS-Diktatur sei der Rundfunk in Deutschland bewusst neu gedacht worden: unabhängig vom Staat, verpflichtet allein den Menschen und der Wahrheit. Die Auszeichnung würdige diese Idee.
Die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte wurde 2021 vom Deutschen Bundestag errichtet. Sie widmet sich der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der wechselvollen deutschen Demokratiegeschichte und ihrer Ereignis- und Erinnerungsorte. Mittlerweile gibt es rund 300 „Orte der Demokratiegeschichte“.