Intendant Grasmück: SR hat die Identität des Saarlandes geprägt
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Intendant des Saarlaendischen Rundfunks Martin Grasmück.
Saarbrücken (epd).

Der Saarländische Rundfunk (SR) hat laut Intendant Martin Grasmück über „seine gesamte Geschichte hinweg“ die Identität im Saarland geprägt. „Das Saarland war das erste Bundesland, das 1957 wiedervereinigt wurde“, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Dieser Sender hat maßgeblich dazu beigetragen, die Gräben zu schließen, die seinerzeit aufgrund der Saarabstimmung durch die Familien oder Freundeskreise gingen.“ Die Menschen hätten den SR damals schon gehört und das sei heute noch der Fall.

Der Landtag des Saarlandes hatte am 27. November 1956 das Gesetz über den Saarländischen Rundfunk beschlossen. Dieses trat am 1. Januar 1957 in Kraft, und zur selben Zeit wurde das Saarland das zehnte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. 1959 trat der SR der ARD bei. Heimatverbundenheit sei eine große Stärke des Föderalismus der ARD und insbesondere des Saarländischen Rundfunks, betonte Grasmück. Menschen fühlten sich ernst genommen, wenn der Abstand zu ihnen gering sei, ihre Themen vorkämen und Dialog entstehe. Der SR wolle „ganz nah bei den Menschen sein, sehen, was sie bewegt, Teil ihrer Geschichte sein“.

Weiter finanzielle Herausforderungen

Die von der Finanzkommission KEF 2024 empfohlene Anhebung des Rundfunkbeitrags um 58 Eurocent war zum 1. Januar 2025 nicht in Kraft getreten, weil die Bundesländer sie nicht umsetzten. Deswegen war der Rundfunkbeitrag bei 18,36 Euro geblieben. Für den SR bedeutete das zuletzt ein Defizit von 4,5 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2025. Vor dem Bundesverfassungsgericht wird zurzeit über den Rundfunkbeitrag verhandelt. Er habe „große Hoffnungen“, dass das Gericht erneut die Position des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stärke, erklärte Grasmück. Die Erhöhung würde zwar „nicht ansatzweise die Inflationsrate ausgleichen“, sie sei aber dennoch „extrem wichtig“.

Generell gelte: „Wir müssen mit dem zur Verfügung stehenden Geld diesen Sender so stabil umbauen, dass er weiter seinen Job im System und seinen Auftrag für die Gesellschaft, für die Saarländerinnen und Saarländer, erfüllen kann“, sagte der 56-Jährige. Auf Programmebene müssten die öffentlich-rechtlichen Sender dorthin gehen, wo die Menschen sich informieren und unterhalten wollten, aber auch „eigene starke Plattformen“ entwickeln - „auch mit anderen Partnern“. „Wir dürfen sie auf den großen Plattformen insgesamt nicht alleine und sie auch nicht einer dort leider ebenso stattfindenden gezielten Desinformation überlassen“, unterstrich der im Juni wiedergewählte Intendant. Er führt den Sender seit 2021 und bleibt bis mindestens 2033 im Amt.

Verkauf des Schloss-Gebäudes in Vorbereitung

Zur finanziellen Ebene gehört auch der geplante Verkauf des Schloss-Gebäudes auf dem Halberg, dem Sitz des SR. Das Gebäude hat laut Grasmück einen Investitionsbedarf in „sehr erheblicher Millionenhöhe, den der SR so auch nicht mehr guten Gewissens stemmen kann“. „Wir haben ein Gutachten in Auftrag gegeben, damit wir eine Basis haben, um einen Veräußerungsprozess zu starten“, erläuterte er. Das starte demnächst. Ohne Zustimmung der Gremien, des Landes und des Landtages könne der SR das Gebäude nicht veräußern. Im kommenden Jahr zögen die Intendanz, das Justiziariat und die Gremien, die bisher dort untergebracht waren, in die Gebäude beim Hörfunk und nutzten vorhandene Räumlichkeiten.

epd-Gespräch: Michael Ridder und Marc Patzwald