Picasso-Museum präsentiert Kunst von Christo und Jeanne-Claude
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Münster (epd).

Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster bietet ab 4. April die Gelegenheit, sich ein Bild von nicht realisierten Projekten des Künstlerpaares Christo und Jeanne-Claude zu machen. Vor allem in Christos und Jeanne-Claudes druckgrafischem Werk würden die unrealisierten Projekte einen großen Platz einnehmen, erklärte das Museum am Montag. Die Ausstellung „Christo und Jeanne-Claude: un/realisiert“ zeige vornehmlich die handwerklich teils aufwendig gestalteten Lithografien und Collage-Grafiken des Paares.

Das umfangreiche Konvolut gewähre einen umfassenden Einblick „in die unbändige Schaffenskraft und Beharrlichkeit der Künstler“, die für die Realisierung ihrer Projekte oft jahrzehntelang gegen technische, rechtliche und administrative Hürden gekämpft hätten. Präsentiert würden unter anderem frühe Multiples und verhüllte Objekte aus den Anfängen des Künstlerpaares im Paris der 1950er und 1960er-Jahre.

25-jähriger Kampf um Projekt „Over the River“

Eine Auswahl an Originalzeichnungen, Collagen und Filmmaterial beleuchte beispielhaft den 25-jährigen Kampf um das Projekt „Over the River“, für das ein etwa 60 Kilometer langes Stück des Arkansas River in den USA mit Stoffplanen überdacht werden sollte. Das zunächst genehmigte Vorhaben wurde schließlich nach zahlreichen juristischen Auseinandersetzungen von Christo aufgegeben. Die Exponate stammen den Angaben zufolge aus dem Bestand der „Christo and Jeanne-Claude Foundation“ in New York, ergänzt um weitere Leihgaben aus privaten wie öffentlichen Sammlungen.

Den publikumswirksamen Großprojekten stünden mehr als doppelt so viele Vorhaben entgegen, deren Umsetzung gescheitert sei und die sich entsprechend weniger ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hätten, erklärte das Museum. Dazu zähle die Verhüllung von Picassos monumentaler Skulptur "Bust of Sylvette auf dem Gelände der New York University.

Die Ausstellung mache deutlich, dass zum Erfolg auch das Scheitern gehöre, hieß es. Christo, gestorben 2020, und Jeanne-Claude, gestorben 2009, hätten mit ihren Arbeiten im öffentlichen Raum sowohl politische, ökonomische als auch soziale Fragen berührt und damit nicht selten vehemente Ablehnung provoziert. Die Schau wird bis zum 28. Juni gezeigt. Der Künstler Christo im Jahr 2015 vor einem Modell des verhüllten Reichstages Copyright: epd-bild/Christian Ditsch