Das Kunstmuseum Bonn präsentiert vom 8. November an erstmals die neueste Werkserie der Fotografin und Dokumentarfilmerin Herlinde Koelbl. Die Ausstellung „Fadenkreuze für das Leben“ versammele Porträts und Gesprächsaufzeichnungen von mehr als 40 an Krebs erkrankten Menschen, kündigte das Museum in Bonn an. Mit ihrem neuen Projekt breche Koelbl gesellschaftliche Tabus und eröffne einen eindringlichen künstlerischen Blick auf Krankheit, Verletzlichkeit und Hoffnung. Die Schau ist bis zum 16. Mai 2027 zu sehen.
Ausgangspunkt von Koelbls Arbeit sei ihre eigene Krebserkrankung in den Jahren 2019/20 gewesen, hieß es. Während ihrer Behandlung seien ihr die Markierungen der Strahlentherapie, sogenannte Radiotherapie-Fadenkreuze, aufgefallen, die der präzisen Ausrichtung der Bestrahlung dienen. Die Künstlerin habe darin eine überraschende Verbindung zu ihrem früheren Projekt „Targets“ erkannt, für das sie Schießziele und Fadenkreuze beim Militär fotografiert hatte.
Gespräche mit und Porträts von Krebspatienten
Für das Projekt sprach die Fotografin den Angaben zufolge mit Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft über ihre Erfahrungen mit der Krankheit. Die daraus entstandenen Gespräche sowie die eindrucksvollen Porträts machten persönliche Geschichten von Angst, Hoffnung, Verlust und neuer Zuversicht sichtbar. So entstehe ein bewegendes Panorama menschlicher Verletzlichkeit und Stärke und ein Plädoyer für einen offeneren gesellschaftlichen Umgang mit Krebs.