Das Stichwort: Unesco-Welterbe
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Sphinx und Pyramiden bei Gizeh
Berlin, Bonn (epd).

Als Welterbe zeichnet die UN-Kulturorganisation Unesco außergewöhnliche Güter aus, die für die gesamte Menschheit erhalten werden sollen. Derzeit haben 1.248 Stätten diesen Status inne. Darunter sind 972 Kulturstätten wie die Pyramiden von Gizeh und 235 Naturdenkmäler, zum Beispiel der Grand Canyon in den USA.

Hinzu kommen 44 gemischte Stätten, die natürliche und menschengemachte Merkmale vereinen. Eine Sonderform stellt das immaterielle Kulturerbe dar. Als solche werden seit 2008 Traditionen wie Yoga in Indien oder Reggae in Jamaika bewahrt.

In der Unesco-Welterbekonvention von 1972 haben die Unterzeichner versprochen, Natur- und Kulturgüter von universellem Wert als Teil des gemeinsamen Erbes der Menschheit für künftige Generationen auszumachen und erhalten zu wollen. Mehr als 190 Staaten haben das Abkommen bis heute ratifiziert. Sie sind damit verpflichtet, Welterbestätten innerhalb ihrer Grenzen zu pflegen, darüber zu informieren und dem Welterbekomitee regelmäßig Bericht über ihren Zustand zu erstatten.

Auswahlverfahren über viele Jahre

Das Auswahlverfahren für neue Stätten ist aufwendig und nimmt Jahre in Anspruch. Bevor ein Land einen vollständigen Nominierungsantrag einreichen kann, muss es eine vorläufige Bewertung der Erfolgsaussichten durchlaufen. Ausschlaggebend sind unter anderem Einzigartigkeit, Echtheit und Unversehrtheit der Stätte.

Im weiteren Prozess muss der antragstellende Staat auch einen Plan für deren Erhalt in der Zukunft einreichen. Am Ende des Verfahrens steht die jährliche Sitzung des Welterbekomitees, die in diesem Jahr vom 19. bis zum 29. Juli im südkoreanischen Busan stattfindet. Es setzt sich aus Vertretern von 21 Staaten zusammen, die alle vier Jahre von den Vertragsstaaten gewählt werden. Sie entscheiden über neue Anträge, können den Welterbestatus aber auch wieder aberkennen.

Aktuell 53 Welterbestätten gefährdet

Die Idee des Welterbes kam in den 1960er Jahren auf, als die antiken Tempel von Abu Simbel in Ägypten von einem Staudamm bedroht waren. Experten warnten damals, das aufgestaute Wasser würde die Anlage mit ihren ikonischen Felsstatuen überschwemmen.

Die Unesco sammelte Spenden von mehr als 50 Staaten, um die Tempel in einer aufwendigen Aktion an einen höheren Standort zu verlagern. Aktuell gelten 53 Welterbestätten als gefährdet. Dazu zählen drei Standorte in der Ukraine, deren Erhalt durch den russischen Angriffskrieg bedroht ist. Eine weitere Gefahr ist der Klimawandel. Dessen Auswirkungen beschleunigen den Verfall vieler Monumente und schaden Ökosystemen wie den tropischen Regenwäldern von Sumatra.