Die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert zeigt derzeit die Schau „Trotzdem da“. Die deutsch- und englischsprachige Wanderausstellung widme sich der Verfolgung sogenannter verbotener Beziehungen, erklärte die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz in Mainz. Bis zum 30. August informiere sie über das Schicksal der Kinder aus diesen Beziehungen und porträtiere die heute Erwachsenen. Dazu gehöre Ingelore Prochnow, deren Vater im SS-Sonderlager Hinzert gefangen war.
Die Nationalsozialisten inhaftierten auf dem Gelände im rheinland-pfälzischen Hinzert zunächst ab Oktober 1939 straffällig gewordene Westwallarbeiter. Ab dem Sommer 1940 wurden Häftlinge aus Luxemburg, Belgien, Frankreich und den Niederlanden in das Lager gebracht. Zudem war es den Angaben zufolge ab 1943 das zentrale Lager für sogenannte Wiedereindeutschungsverfahren. Durch diese sollten unter anderem Zwangsarbeitende, denen eine verbotene Beziehung zu einer deutschen Frau vorgeworfen wurde, nicht hingerichtet, sondern für den deutschen Arbeitsmarkt weiter ausgebeutet werden.
Durchgangslager vor Deportation
Auch war das frühere KZ Hinzert ein sogenanntes Durchgangslager, bevor die Gefangenen in Konzentrationslager nach Buchenwald, Natzweiler oder Dachau deportiert wurden. Insgesamt wurden im Hinzerter KZ den Angaben zufolge nachweislich mindestens 321 Menschen ermordet oder starben durch den Lagerterror an Krankheit, Entkräftung oder Hunger. Die Wanderausstellung wurde von der Gedenkstätte Lager Sandbostel in Niedersachsen konzipiert.