Der Limburger Bischof Georg Bätzing steht nicht für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz zur Verfügung. Das geht aus einem Schreiben Bätzings an seine Bischofskollegen hervor, das die Bischofskonferenz am Montag in Bonn veröffentlichte.
Vor sechs Jahren, mit damals 58 Jahren, war Bätzing zum Nachfolger des Münchner Erzbischofs Kardinal Reinhard Marx gewählt worden. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz ist eine Art Sprecher der deutschen Bischöfe. Er moderiert die Vollversammlung der Bischöfe, die zweimal im Jahr zusammentritt, und vertritt Positionen der Bischofskonferenz nach außen.
Nach nur einer Amtszeit stellt sich Bätzing nun nicht erneut zur Wahl bei der Frühjahrsvollversammlung vom 23. bis 26. Februar in Würzburg. Um im Vorfeld der Versammlung gute Überlegungen für die Wahl zu ermöglichen, wolle er mitteilen, dass er für eine erneute Wahl nicht zur Verfügung stehe, heißt es in dem Brief. „Ich habe mich dazu nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden.“
Richtungsstreit prägte Amtszeit
Geprägt war seine Amtszeit von einem Richtungsstreit innerhalb des deutschen Katholizismus für oder wider Reformen für eine Kirche, die Macht begrenzt, Frauen gleiche Rechte einräumt und offen für die Mitbestimmung von Laien ist. Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hatten 2019 infolge der Missbrauchsstudie von 2018 einen Reformdialog, den sogenannten Synodalen Weg, vereinbart. Laien und Bischöfe sollten gleichberechtigt und ergebnisoffen über Reformen sprechen, darunter die Beteiligung von Laien an Bischofswahlen und an Richtungsentscheidungen in der Kirche.
Bis 2023 kamen zwölf Reformvorhaben dabei heraus. Das letzte große Vorhaben - ein nationales Beratungsgremium - wurde erst Ende 2025 beschlossen. Ende Januar steht die Evaluation der Beschlüsse bei der letzten Synodalversammlung in Stuttgart an.
Bätzing ist Reformer
Der 64-jährige Bätzing hatte sich im Richtungsstreit über Reformen auf die Seite der Reformer gestellt. Doch seine Amtszeit war nicht nur durch interne Scharmützel in der deutschen Bischofskonferenz geprägt, sondern auch durch Verständigungsschwierigkeiten mit dem Heiligen Stuhl. Mehrfach intervenierte der Vatikan etwa bezüglich eines neuen nationalen Beratungsgremiums.
Ob diese Querelen den sonst so pragmatisch wie besonnenen Bischof am Ende zermürbt haben, geht nicht aus dem Brief hervor. Bätzing schreibt lediglich: Für die anstehende Wahl wünsche er dem „Miteinander in der Konferenz weiterhin den Mut zum offenen Wort, zu konstruktivem Ringen und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen“.
Für Gleichberechtigung von Frauen
Bätzing galt stets als progressiv, setze sich etwa öffentlich für mehr Gleichberechtigung von Frauen in der katholischen Kirche ein. Mehrfach sagte er, er wünsche sich, dass Männer und Frauen die Kirche gleichberechtigt leiten könnten. Frauen sind aber bislang höchste Ämter in der katholischen Kirche verwehrt, weil sie keine Weiheämter übernehmen dürfen.
Doch betonte Bätzing auch, er sei „bis in die Knochen geprägt von der katholischen Kirche“. Der im Westerwald geboren und aufgewachsene Theologe sagte 2022 dem Evangelischen Pressedienst (epd), nach seinem eigenen Verständnis sei er „gut konservativ“. Seit 2016 leitet Bätzing das Bistum Limburg, Bischof bleibt er weiterhin, künftig mit mehr Zeit für sein Bistum.