Die Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft des Saarlandes lädt zusammen mit ihren Kooperationspartnern am 27. Januar zu ihrer 24-Stunden-Lesung zum Gedenken an die Opfer des NS-Regimes in die Synagoge in Saarbrücken ein. Dort werden wechselnde Sprecher 24 Stunden lang aus dem „Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939 - 1945“ vorlesen, wie das Bistum Trier und die evangelischen Kirchenkreise an der Saar am Montag mitteilten.
Zudem wird die Installation „Klangstele. Gesang vom Zyklon B. Für das Hören - Gegen das Aufhören“ von Ulrich Voss zu hören sein. Es handelt sich dabei um eine Rekonstruktion der Ereignisse im Konzentrationslager vom ersten Tag bis zur Befreiung aufgrund von Zeitzeugenberichten. Parallel werden weitere Texte sowie Lyrik vorgetragen. Dazu zählen etwa die „Todesfuge“ von Paul Celan und „Die Ermittlung. Oratorium in elf Gesängen“ von Peter Weis. Das Publikum ist eingeladen, sich am Vortrag der Texte zu beteiligen.
Gewolltes akustisches Nebeneinander
Dazu erklingen in stündlicher Wiederholung Werke von Luigi Nono wie „Ricorda cosa ti hanno fatto in Auschwitz“ (Erinnere Dich an das, was sie in Auschwitz taten) und Arvo Pärt („Fratres“, „Cantus“, „Pari Intervallo“). Durch das Nebeneinander der drei Klangebenen entstehe beim Zuhörer eine Verwirrung, „quasi eine vergiftete Klangstele“, teilen die Organisatoren mit.
Vertreter der Religionsgemeinschaften, des saarländischen Landtags und der Landesregierung haben als Lektoren zugesagt, auch Schülerinnen und Schüler. Zugesagt haben auch Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Innenminister Reinhold Jost, Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (alle SPD), SR-Intendant Martin Grasmück und Polizeipräsident Thorsten Weiler.
Kooperationspartner sind die Synagogengemeinde Saar, die Abteilung Schule und Religionsunterricht des Bistums Trier, das Evangelische Schulreferat Saarland, das Institut zur Lehrerfort- und -weiterbildung, die Jugendkirche eli.ja sowie der Lesben- und Schwulenverband des Saarlandes, der Landesverband Deutscher Sinti & Roma, die staatlichen Studienseminare sowie sieben Schulen.