Arbeitslosigkeit, Anträge auf Kindergeld oder Schulden: in drängenden sozialen Fragen bietet die Diakonie Düsseldorf Hilfe „am Eck“ an: am Kiosk an der Unterführung Wetterstraße im Stadtteil Flingern. „An dem Ort, wo Menschen ohnehin über ihre Probleme reden, finden sie jetzt Verständnis und fachkundige Beratung“, sagte Initiatorin Constanze Jestaedt-Fischer am Montag in Düsseldorf. Als „Bordsteinzentrale“ bezeichnet die Diakonie das Projekt mit Unterstützung des Kioskbetreibers Ali Icin, das nach einem Jahr Probelauf ein ständiges Angebot werden soll, gefördert von der Lotterie Glücksspirale.
Viele Menschen, die in prekären Verhältnissen lebten oder von Armut betroffen seien, wüssten nicht welche staatlichen Hilfen ihnen zustehen. „Wir können sie unterstützen und ein erster Wegweiser durch den Dschungel des Sozialstaats sein“, sagte Sozialarbeiter Matthias Kaliebe. Zweimal pro Woche, dienstags und donnerstags, sind den Angaben nach Sozialarbeiter des nahegelegenen Stadtteilladens Flingern vor Ort am Büdchen, hören zu, unterstützen etwa bei Schreiben vom Amt oder vermitteln Hilfen.
Sozialbetrug, der von der Politik zum Teil angeprangert wird, sehen die Beraterinnen nicht als Problem an. „In zehn Jahren Arbeit in einem von Armut geprägten Stadtteil hatten wir nur vier Fälle von Sozialbetrug“, sagt Constanze Jestaedt-Fischer.