EKD-Sportbeauftragter Latzel: Lasst den Fußball wieder Fußball sein
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Der EKD-Sportbeauftragte Thorsten Latzel
Düsseldorf (epd).

FIFA-Chef Gianni Infantino hat nach den Worten des evangelischen Sportbeauftragten Thorsten Latzel mit seinen jetzt aufgegebenen Investorenplänen dem Sport generell geschadet. „Was im Augenblick bei der FIFA abläuft, ist für mich ein Sinnbild für einen weiterreichenden Prozess, bei dem korrupte Eliten meinen, sie stünden über den Regeln, könnten alles kaufen und für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren“, sagte der Theologe dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sport sei für den Menschen da und keine kommerzielle Ware, betont der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Präses der rheinischen Landeskirche. Fußball solle Menschen Freude machen.

epd: Der europäische Fußballverband UEFA hat wegen der nun aufgegebenen Pläne des Weltfußballverbands FIFA, Anteile an der Fußball-WM an Investoren zu verkaufen, mit einem Boykott aller FIFA-Turniere gedroht. Wie bewerten Sie diesen Konflikt und die UEFA-Haltung?

Thorsten Latzel: Der wiederholte Versuch von FIFA-Chef Gianni Infantino, die Rechte an der Fußball-WM an private Investoren zu verkaufen, war unsäglich und gefährdet den internationalen Fußball. Es ist ein weiterer Schritt der massiven Kommerzialisierung, die wir schon bei der WM erlebt haben - mit exorbitanten Ticketpreisen, spiel-störenden Unterbrechungen für Werbung und einer völlig überdehnten, unökologischen Gestaltung. Wenn es der FIFA an einem wahrlich nicht fehlt, dann ist es Geld.

Die absurde Verleihung des sogenannten FIFA-Friedenspreises an US-Präsident Donald Trump und die politisch motivierte, regelwidrige Zurücknahme einer Roten Karte zeigen, wohin das führt. Das alles zerstört die Idee eines regelbasierten Spiels, den Gedanken des Fairplays, der Völkerverständigung. Der Fußball steht nicht zum Verkauf. Infantinos ganzes Vorgehen vorbei an den zuständigen Gremien und Reden von „demokratischen Prozessen“ widersprechen sich völlig. Infantino entwertet das, worum im Sport generell geht. Ich bin froh, dass die UEFA und andere Verbände klar reagiert haben. Dieser Präsident ist schon lange untragbar.

Fußball soll Menschen Freude machen

Schönheit und Zweckfreiheit des Spiels

epd-Gespräch: Ingo Lehnick