In Düsseldorf beginnen die Veranstaltungen zum Gedenken an die Reichspogromnacht am Sonntag mit einem Gedenkgang durch den Ortsteil Kaiserswerth, bei dem junge Menschen an die Ereignisse vom 9. November 1938 erinnern. Es beteiligten sich Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Kaiserswerth, der Gemeinschaftsgrundschule Kaiserswerth, des Theodor-Fliedner-Gymnasiums sowie des Suitbertus-Gymnasiums, teilte die Stadt mit. Dazu zählen gestaltete Schaufenster an historischen Wohnorten. Zudem reist Judy Baumgarten aus den USA an. Die Urenkelin von Shoah-Verfolgten aus Kaiserswerth werde am Gedenkgang um 15 Uhr teilnehmen, hieß es. Im Anschluss findet um 17 Uhr ein ökumenischer Gedenkgottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche Kaiserswerth statt.
Kranzniederlegung am Standort der ehemaligen Synagoge
Die Jüdische Gemeinde und die Mahn- und Gedenkstätte laden am Montag (9. November) um 10.15 Uhr zu einer Kranzniederlegung mit Gebet am Standort der ehemaligen Synagoge (Kasernenstraße/Ecke Siegfried-Klein-Straße) ein. Oberbürgermeister Stephan Keller, Landtagspräsident André Kuper (beide CDU), die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne) und Oded Horowitz von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf legen Kränze nieder. Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.
Das öffentliche Gedenken an den Novemberpogrom in Düsseldorf wird in jedem Jahr vom Arbeitskreis „Gedenken 9. November“ organisiert, in dem die evangelische Kirche, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die katholische Kirche sowie die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf zusammenarbeiten.
Mit der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 gingen die Nationalsozialisten zur offenen Gewalt gegen Juden im Deutschen Reich über. Es brannten Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden verwüstet, jüdische Bürger misshandelt. An den Gewalttaten beteiligten sich vor allem SA- und SS-Männer und Parteimitglieder, vielerorts auch Teile der Bevölkerung. Wegen der zerstörten Fensterscheiben jüdischer Geschäfte bürgerte sich der verharmlosende Name „Reichskristallnacht“ ein. Der Begriff wurde später durch die Bezeichnung „Reichspogromnacht“ ersetzt. Das öffentliche Leben der Juden in Deutschland kam danach zum Erliegen.