Der Trend zur Frührente setzt sich laut einer Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) fort. 1,1 Millionen Menschen bezogen 2025 eine vorzeitige Altersrente, wie das IW Köln erklärte. Im vergangenen Jahr erreichten die 1958 geborenen Babyboomer das gesetzliche Rentenalter. Mehr als die Hälfte des Jahrgangs hat laut IW-Berechnung vorzeitig Rente in Anspruch genommen. So hörten 27 Prozent nach mindestens 45 Versicherungsjahren ohne Abschläge auf, 18 Prozent mit Abschlägen.
Nur 37 Prozent des Jahrgangs gingen den Angaben zufolge erst ab dem regulären Zeitpunkt mit 66 Jahren in Rente. Weitere sieben Prozent seien aufgrund einer Schwerbehinderung vorzeitig in Rente gegangen. Sechs Prozent seien mit Erreichen des gesetzlichen Rentenalters vom Bezug einer vollen Erwerbsminderungsrente in die Altersrente gewechselt. Der Rest beziehe bisher keine Rentenleistungen. 2025 bezogen laut IW knapp sieben Millionen Menschen aus der sogenannten Babyboomer-Generation eine Altersrente. Weitere zwölf Millionen würden bis Mitte der 2030er Jahre folgen.
IW: Druck auf den Arbeitsmarkt wächst
Das IW warnte, dass der Druck auf die Sozialsysteme und den Arbeitsmarkt wegen der vielen vorzeitigen Ruheständler wachse. „Entscheidend ist jetzt, nicht noch mehr Arbeitskräfte vorzeitig gehen zu lassen, die Deutschland dringend braucht. Ohne die Einschränkungen bei der Frührente setzt sich die jüngste wirtschaftliche Krise in den nächsten Jahren fort“, sagte IW-Arbeitsmarktexpertin Stefanie Seele.
Die Alterssicherungskommission der Bundesregierung hat empfohlen, die abschlagsfreie Frührente nach 45 Versicherungsjahren zu streichen und das Zugangsalter für langjährig Versicherte von 63 auf 64 Jahre anzuheben. Laut IW sinkt von Jahrgang zu Jahrgang zwischen 1954 und 1958 der Anteil derer, die ihre Altersrente erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze beginnen.