Das Wuppertaler Fair-Trade-Unternehmen Gepa hat 2025 nach eigenen Angaben den Großhandelsumsatz auf über 104 Millionen Euro gesteigert. Das sei seine Steigerung von 22,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sagte der kaufmännische Geschäftsführer der Gepa, Matthias Kroth, in Wuppertal. Verbraucher hätten für rund 126,9 Millionen Euro unter anderem Kaffee, Schokolade, Tee, Honig und Handwerksartikel gekauft. Das Geschäftsjahr 2025 habe jedoch auch mehrere Herausforderungen mit sich gebracht.
Die Umsatzsteigerungen seien vor allem durch zwei Preiserhöhungen im Oktober 2024 und April 2025 zu erklären, erläuterte Kroth. Wegen gestiegener Rohstoff- und Einkaufspreise seien diese Erhöhungen notwendig gewesen. So habe Gepa 2025 44,3 Prozent mehr Geld für Roh- und Fertigwaren aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa ausgeben müssen als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt belief sich das Einkaufsvolumen 2025 auf 34,2 Millionen Euro.
Umsatz im Bereich Lebensmittel gestiegen
Zwar habe man Absatzverluste im einstelligen Prozentbereich bei Kaffee und Schokolade hinnehmen müssen, dennoch habe der Umsatz im Bereich der Lebensmittel und auch im Bereich der Gastronomie insgesamt gesteigert werden können, hieß es weiter.
Zu den Herausforderungen im Jahr 2025 zählten laut Kroth Preisschwankungen auf dem Rohstoffmarkt. Zudem habe es in dem Jahr einen Cyberangriff auf die Gepa-Zentrale gegeben. „Dieser Cyberangriff hat uns auf eine existenzielle Bewährungsprobe gestellt“, sagte Kroth. Acht Tage habe das Lager Ende 2025 stillgestanden. Es habe jedoch durch gemeinsames Handeln der Mitarbeitenden schnell in den Notbetrieb gehen können. Die Folgen des Angriffs seien bis heute zu spüren.
Neue EU-Richtlinie sorgt für weitere Herausforderungen
Für Mehrausgaben habe auch die neue EU-Richtlinie gesorgt, die sogenanntes Greenwashing vermeiden soll. Die Richtlinie „Empowering Customers for the Green Transition“ (EMCO) bedeute, dass nur noch extern zertifizierte Siegel genutzt werden dürfen, hieß es. Daher verzichte Gepa auf die Bezeichnung „FairPlus“, weil sie leicht mit einem Siegel verwechselt werden könne. Fertige Verpackungen seien vernichtet und neue Verpackungen produziert worden. Gepa als Marke sei auch ohne Zertifizierungssiegel transparent und glaubwürdig.
Mit positivem Jahresabschluss gerechnet
Trotz der gestiegenen Einkaufspreise, der Verluste durch Änderung der Verpackungen sowie der Auswirkungen des Cyber-Angriffs rechnet das Fair-Trade-Unternehmen mit einem leicht positiven Jahresabschluss, wie Geschäftsführer Kroth sagte. Die Jahresabschlussprüfung sei noch nicht abgeschlossen. Trotz der schwankenden und nicht vorhersehbaren Preisschwankungen sehe man bei der Gepa vor allem wegen der Treue der Kunden positiv in die Zukunft, sage Kroth.
Die Gepa wurde 1975 gegründet, um die Lebensbedingungen von Kleinbauern und Kunsthandwerkern in armen Ländern zu verbessern. Das Fair-Handels-Unternehmen wird von kirchlichen Entwicklungs- und Jugendorganisationen getragen. Seine Gewinne werden nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet, sondern reinvestiert.