Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und in Jülich rufen wieder zu Protestaktionen gegen einen weiteren Castor-Transport mit radioaktivem Atommüll auf. Wie die Initiativen am Montag in Jülich, Ahaus und Münster mitteilten, soll am Dienstag (19. Mai) der vierte Transport vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus per Lkw starten.
In Jülich wird es wieder ab 18 Uhr eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich geben, wie die Initiativen ankündigten. In Ahaus startet um 18.30 Uhr eine Fahrrad-Demo vom Bahnhof durch die Innenstadt zur Castor-Strecke am Schumacher-Ring. Dort beginnt dann um 19 Uhr an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer-/Schöppingerstraße eine Kundgebung mit Mahnwache bis zur nächtlichen Ankunft des Castor-Konvois. Von dieser Mahnwache auf der Schorlemer Straße starte um 19.30 Uhr eine zweite Fahrrad-Demo. Ziele seien das Zwischenlager und die Autobahnbrücke über die A31 auf der Schöppinger Straße. Nach einem Aktions-Picknick gehe es über die Brücke und am Zwischenlager vorbei zurück zur Mahnwache an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Straße/Schumacher-Ring.
Initiativen fordern Endlager und Abbruch der Zwischenlager-Transporte
Bisher seien die vorangegangenen drei Castor-Transporte mit Pannen und Unzulänglichkeiten einhergegangen, kritisierten die Initiativen und sprachen von einem „politisch herbeigeführten Atommüll-Chaos“ von Bund und Land. Der Zielort der Transporte, das Zwischenlager Ahaus, sei nur bis 2036 genehmigt, sodass die Endlagerung des Atommülls weiter ungeklärt sei. Die auf Jahre angelegten Straßentransporte der Brennelementekugeln aus einem Forschungsreaktor müssten abgebrochen und eine Endlagermöglichkeit gefunden werden, forderten sie.
Von insgesamt 152 Castoren stehen noch 149 in Jülich. Nach drei Transporten zeige sich, dass es keine Ausweichrouten gebe und sich deshalb Termine und Fahrtzeiten abschätzen ließen, mahnten die Anti-Atomkraft-Initiativen. Ab Sommer falle wegen einer Baustelle auch die zweite A31-Ausfahrt bei Heek für mehrere Monate aus. Es dürfe zudem nicht auf Begleithubschrauber verzichtet werden oder Brücken unbewacht bleiben. Die Risiken von Anschlägen dürften nicht aus dem Blick geraten.