Demo für Ausbau erneuerbarer Energien und gegen neue Gaskraftwerke
s:53:"Solarenergie und Windkraft im Bioenergiepark Saerbeck";
Solarenergie und Windkraft im Bioenergiepark Saerbeck
Umweltorganisationen werfen Reiche "klimapolitisches Rollback" vor
Hamm (epd).

Unter dem Motto „Zukunft statt Gas - Energiewende verteidigen“ haben am Samstag mehrere Tausend Menschen in Hamm gegen den Bau neuer Gaskraftwerke demonstriert. Die Polizei sprach von 2.700 Teilnehmern, die Organisatoren von 5.000 Demonstranten. 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten zudem mit einem Menschenbild ein bewegliches Windrad geformt, hieß es. Kundgebungen und Demonstrationszug verliefen nach Angaben der Polizei Dortmund weitgehend friedlich und störungsfrei.

Aufgerufen zu dem Protest hatten Campact, Fridays for Future, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Greenpeace. Sie forderten „einen sofortigen Kurswechsel weg von fossilem Gas und hin zu einer konsequenten, sozial gerechten Energiewende“. Die Zukunft gehöre erneuerbaren Energien, nicht neuen fossilen Abhängigkeiten. Gas heize die Klimakrise an und führe viele Menschen in eine Kostenfalle, da Strom- und Heizkosten weiter steigen, hieß es. Nur mit den Erneuerbaren Energien könnten Energiekosten bezahlbar und langfristig stabil bleiben.

Kritik an Investitionen in klimaschädliche fossile Infrakstruktur

Anlass der Proteste sind die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), neue Gaskraftwerke zu bauen, um die Versorgungssicherheit mit Strom zu gewährleisten. Die Umweltorganisationen werfen der Ministerin ein „klimapolitisches Rollback“ vor. Statt den Ausbau erneuerbarer Energien weiter voranzutreiben, würden zentrale Fortschritte der Energiewende ausgebremst und Milliardenbeträge in klimaschädliche fossile Infrastruktur investiert.

Bereits am Freitag hatten es in mehreren Ruhrgebietsstädten Protestaktionen des Bündnisses „Ende Gelände“ gegeben. Aktivistinnen und Aktivisten waren in Mülheim an der Ruhr, Gelsenkirchen und Voerde auf mehrere Kraftwerks- und Firmengelände eingedrungen oder hatten dies versucht. Die Polizei leitete mehrere Hundert Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung ein.

Von Esther Soth (epd)