Bildungsmonitor: NRW weiter auf drittletztem Platz
s:56:"Mathematikbücher auf der Bildungsmesse Didacta in Köln";
Mathematikbücher auf der Bildungsmesse Didacta in Köln
Düsseldorf, Berlin (epd).

Im diesjährigen INSM-Bildungsranking steht auch in diesem Jahr Sachsen an der Spitze. Dahinter folgen Bayern, Hamburg, Baden-Württemberg und das Saarland, wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) am Montag in Berlin mitteilte. Am Ende des Bundesländer-Rankings stehen Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schlusslicht Bremen.

Die jährliche Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Kampagnenorganisation INSM, die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert wird, bewertet anhand von knapp hundert Indikatoren, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

Mehr Aufstiegschancen und mehr Bildungsarmut

In Ergänzung zur jüngsten Pisa-Studie zeige die Sonderauswertung zur Chancengerechtigkeit neben dem kritischen Bild in den Schulen bundesweit auch eine positive Entwicklung, erklärte Studienleiter Axel Plünnecke vom IW Köln. Der Bildungsaufstieg junger Erwachsener habe in den letzten Jahren zugenommen. Nach wie vor hänge der Bildungserfolg in den Schulen aber zu stark von der sozialen Herkunft ab.

Plünnecke beklagte eine wachsende Bildungsarmut, fast ein Fünftel der jungen Erwachsenen habe keinen formalen Berufsabschluss. Dies verschärfe den Fachkräftemangel und belaste die wirtschaftliche Entwicklung. Nötig seien etwa flexible Wege der beruflichen Nachqualifizierung.

NRW-Regierung sieht Handlungsbedarf und positive Ansätze

Das Schulministerium in Düsseldorf erklärte zum schlechten Abschneiden von NRW, vor allem bei den Basiskompetenzen und beim Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft gebe es weiter großen Handlungsbedarf. Seit Beginn der Legislaturperiode seien 25.000 Lehrkräfte neu eingestellt worden. Im kommenden Jahr sollen die Bildungsausgaben um 800 Millionen Euro auf 44,4 Milliarden Euro steigen. Eine verbindliche Lesezeit, eine zusätzliche Unterrichtsstunde für Deutsch und Mathe in der Grundschule, verpflichtende Sprachförderklassen vor der Einschulung und die datengestützte Qualitätsentwicklung würden im Bildungsmonitor positiv bewertet.