Wissenschaft gelingt Datierung der Ursaurier auf dem Bromacker
Erfurt, Gotha (epd).

Die bekannte Fossilienfundstelle Bromacker am Nordrand des Thüringer Waldes ist älter als bislang angenommen. Ein Forschungsteam habe die Lagerstätte eines vorzeitlichen Ursaurier-Biotops auf 294 Millionen Jahre datieren können, teilte die Friedenstein Stiftung Gotha am Mittwoch mit. Damit sei die Fundstätte etwa vier Millionen Jahre älter als bisher vermutet.

Den entscheidenden Hinweis lieferte den Wissenschaftlern eine nur wenige Millimeter dünne Schicht aus vulkanischer Asche, die während der Sommergrabung im Jahr 2024 entdeckt worden war. In der auffälligen, rot-violetten Asche entdeckten die Wissenschaftler winzige Zirkonkristalle. Diese Minerale enthalten natürliches Uran, aus dessen Zerfallsprozessen sich das Alter von Gesteinen präzise bestimmen lässt.

Weltweite Bedeutung

Nach Einschätzung der beteiligten Wissenschaftler hat die neue Datierung Bedeutung über Thüringen hinaus. Der Bromacker gilt international als eine der wichtigsten Fundstellen für Fossilien früher Landwirbeltiere aus dem Erdzeitalter Perm. Mit dem präziseren Alter lassen sich nun auch andere Fossilien und Ökosysteme aus der Zeit des Superkontinents Pangäa besser einordnen.

Zugleich deuten die Ergebnisse darauf hin, dass sich komplexe Nahrungsnetze mit Pflanzenfressern und Räubern früher entwickelten als bislang angenommen. Die Evolution der damaligen Ökosysteme könnte damit schneller verlaufen sein als bisher vermutet. Auch der Übergang zu einem eher jahreszeitlichen Klima auf dem Globus sei deutlich früher aufgetreten, als die Wissenschaftswelt bisher angenommen habe.