Die nach Europa eingewanderte Asiatische Hornisse hat den strengen Winter in Deutschland nach Beobachtungen des Naturschutzbundes (Nabu) unbeschadet überstanden. „Wer dachte, der knackige Winter würde der invasiven Art zusetzen, sieht sich getäuscht“, erklärte Nabu-Sprecher Helge May am Dienstag in Berlin.
In ihrer asiatischen Heimat komme Vespa velutina vor allem im Gebirge vor. Sie könne daher mit Kälte umgehen und begebe sich rechtzeitig in gesicherte Verstecke, sagte May. Der letzte Test stehe aber noch aus, denn den Nordosten Deutschlands, wo der Winter 2025/26 besonders streng war, hatte sie bisher noch nicht besiedelt. Die aktuell gemeldeten Beobachtungen von Hornissen-Königinnen stammten daher vom Oberrhein, aus der Pfalz, dem Rheinland und dem Ruhrgebiet.
Ausbreitung seit 2004
Im Frühling ist die Einwanderin aus Südostasien laut Nabu schon ab März unterwegs, während die etwas größeren Europäerinnen etwa einen Monat länger im Versteck bleiben. Im Herbst zögen sich die Europäerinnen im Oktober in die Winterquartiere zurück, während viele der Asiatinnen auch noch den ganzen November über aktiv sind.
Die Asiatische Hornisse wurde nach Nabu-Angaben über Warentransporte 2004 nach Frankreich verschleppt und breitet sich seitdem in Europa aus. Den ersten Nachweis in Deutschland gab es 2014 nördlich von Karlsruhe. Heute sei die Hornisse in Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen bereits stark verbreitet. Einzelfunde wurden zudem aus Hamburg, Bremen und Berlin gemeldet. Einen Nachweis gibt es auch aus Colbitz im Bördekreis (Sachsen-Anhalt).