Der Artenschutz in Thüringen feiert einen überraschenden Erfolg: Die im August 2024 im Thüringer Wald ausgewilderte Luchsin Vreni sei zusammen mit wenigstens einem Jungtier wieder aufgetaucht, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Donnerstag in Erfurt mit.
Mehr als ein Jahr lang hatte es den Angaben zufolge von Vreni kein Lebenszeichen gegeben, nachdem ein an einem Halsband angebrachter Peilsender ausgefallen war. Erst aktuelle Aufnahmen von Fotofallen aus den Monaten Februar und März ermöglichten die eindeutige Identifizierung anhand der individuellen Fellzeichnung. Auf einem der Bilder ist zudem ein Jungtier zu sehen, das der Luchsin in kurzem Abstand folgt. Der Luchsexperte des BUND Thüringen, Markus Port bezeichnete die Entdeckung der Aufnahmen als eine „“Sternstunde" des Projekts.
Geburt vermutlich im Frühjahr 2025
Nach Einschätzung der Fachleute wurde das Jungtier vermutlich im Frühjahr 2025 geboren. Damit habe sich die etwa zweijährige Vreni bereits im ersten Jahr nach ihrer Auswilderung erfolgreich fortgepflanzt. Vreni stammt aus dem Wildnispark Langenberg bei Zürich und wurde im Frühjahr 2023 geboren. Sie gilt als erste in menschlicher Obhut geborene Luchsin seit dem Harz-Wiederansiedlungsprojekt, die in Deutschland in freier Wildbahn Nachwuchs bekommen hat.
Das Projekt „Luchs Thüringen - Europas Luchse vernetzen“ soll mehrere bislang isoliert voneinander existierenden Luchspopulationen Mitteleuropas stärken und miteinander verbinden. Beteiligt sind unter anderem BUND, WWF, Thüringenforst und mehrere Forschungseinrichtungen.