In Thüringen leben derzeit zwischen 2.700 und 3.500 Turmfalken-Brutpaare. Bundesweit werde der Bestand auf etwa 43.000 bis 65.000 Paare geschätzt, teilte das Thüringer Umweltministerium am Freitag in Erfurt mit. Damit gelte die Art als häufigster Falke in Mitteleuropa.
Mit Beginn der Brutsaison sind die Tiere im Frühjahr und Frühsommer den Angaben zufolge wieder verstärkt zu beobachten. Turmfalken brüten ursprünglich an Felsen, nutzen in Siedlungen jedoch auch Gebäude, etwa Nischen und Hohlräume in oberen Stockwerken oder an Kirchtürmen. Nach rund vier Wochen schlüpfen die Jungvögel, etwa 35 Tage später unternehmen sie ihre ersten Flugversuche und beginnen, selbstständig zu jagen.
Nest auch im Ministerium
Ob Turmfalken im Winter nach Süden ziehen oder vor Ort bleiben, hängt laut Ministerium vom Nahrungsangebot ab. Sie treten als Zug-, Strich- oder Standvögel auf. Charakteristisch sei ihr sogenannter Rüttelflug, bei dem sie scheinbar regungslos in der Luft stehen, um Beute zu erspähen.
Auch am Gebäude des Thüringer Umweltministeriums brütet seit Jahren ein Turmfalkenpaar. In diesem Jahr werden dort nach Ministeriumsangaben sechs Eier ausgebrütet. Das seien so viele wie noch nie. Die Brut kann per Internetkamera verfolgt werden.