Notzeit: Wildtiere dürfen gefüttert werden
Michendorf (epd).

Wegen der anhaltenden Glatteislage dürfen im Südosten Brandenburg Wildtiere ab sofort von Jägern gefüttert werden. Der Landesjagdverband Brandenburg begrüßte am Donnerstag in Michendorf eine entsprechende Entscheidung des Landkreises Oder-Spree als „tierschutzrechtlich geboten und beispielhaft für verantwortungsvolles Verwaltungshandeln“. Es sei der erste brandenburgische Landkreis, der die Notzeit für Wildtiere ausgerufen habe. Der Verband hofft nun, dass weitere Landkreise folgen.

Aktuell erlebten die Wildtiere „eine außergewöhnlich anspruchsvolle Situation“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landesjagdverbandes. Dabei stellten Temperaturen von unter minus zehn Grad Celsius in der Regel nicht das größte Problem dar. Entscheidender sei, dass durch Glatteisregen sich flächendeckend eine drei bis fünf Zentimeter starke Eisschicht auf Freiflächen wie Wiesen und Äckern als auch im Wald gebildet habe. Diese Eisdecke mache die Nahrungssuche für Wildtiere nahezu unmöglich. Zudem berge sie eine erhebliche Verletzungsgefahr, insbesondere bei Fluchtbewegungen.

Artgerechtes Futter für Wildtiere

Das Ausrufen der Notzeit ermögliche es nun den Jägerinnen und Jägern, Wildtiere verantwortungsvoll mit artgerechtem Futter zu unterstützen. Dazu zählten beispielsweise Heu und Getreide, um das Überleben der Tiere in dieser Extremphase zu sichern.