Natura 2000-Stationen feiern zehnjähriges Bestehen als Netzwerk
Erfurt (epd).

Thüringens Umweltminister Tilo Kummer (BSE) fordert, den Umweltschutz politisch gleichberechtigt neben Wirtschaft und Soziales zu verankern. Umwelt sei das einzige große Politikfeld, das keine zentrale Steuerung erfahre, kritisierte Kummer am Donnerstag in Erfurt bei einer Jubiläumskonferenz zum zehnjährigen Bestehen der Thüringer Natura 2000-Stationen. Dieser Zustand widerspreche dem Nachhaltigkeitsgedanken in der Politik.

Kummer sieht das Thüringer Netzwerk als unverzichtbaren Partner für Behörden und Landwirtschaft. Es habe sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem Modell entwickelt, das über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung finde und Zuversicht gebe, künftige Naturschutzziele zu erreichen, sagte der Minister. Nach Angaben des BUND schützt das seit 2016 bestehende Netzwerk wertvolle Lebensräume und bedrohte Arten auf rund 17 Prozent der Landesfläche.

Messbare Erfolge

Nach Darstellung des Naturschutzverbands zeigen sich messbare Fortschritte. Der Anteil der Arten mit günstigem Erhaltungszustand sei von 15 auf 24 Prozent gestiegen. Bei den geschützten Lebensraumtypen habe sich der Anteil in gutem Zustand von neun auf 15 Prozent erhöht.

Die Leiterin des Kompetenzzentrums Natura 2000-Stationen, Anna Schneider, erklärte, die Stationen verbänden fachliche Expertise mit regionaler Zusammenarbeit und konkreter Umsetzung vor Ort. Sie trügen dazu bei, Maßnahmen für den Erhalt der europäisch geschützten Arten und Lebensräume zu initiieren und umzusetzen. Aktuell arbeiten in dem Netzwerk etwa 100 Menschen.