Die Klimabewegung Fridays for Future will am Freitag eine 14 Meter lange „Rechnung“ von der CDU- zur SPD-Bundeszentrale in Berlin tragen. Darauf sollen die Kosten der Klimapolitik der Bundesregierung abgebildet sein, sagte Carla Reemtsma, Sprecherin der Klimabewegung, am Mittwoch. „Die CDU entscheidet sich für fossile Zerstörung“, die SPD setze sich dem „nicht entschieden entgegen“, kritisierte sie. Geplant sind den Angaben zufolge am Freitag Proteste gegen eine fossile Energiepolitik in mehr als 60 deutschen Städten.
Besonders in der Kritik steht Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Sie wolle die „Energiewende zurückdrehen“ und betreibe ein „fossiles, ideologisches Projekt“, warf Reemtsma ihr vor. Auch der Wissenschaftler und Mitbegründer des „New Climate Institute“, Niklas Höhne, sagte, es sei „überdeutlich“, dass gehandelt werden müsse. Es gebe weltweit Beispiele von Ländern, die wegen der Energiekrise infolge des US-Kriegs im Iran den Ausbau erneuerbarer Energien erhöhen wollen.
Reiches Energiepolitik „einseitig“
Christina Deckwirth vom Verein „LobbyControl“ kritisierte die Verwicklungen von Reiche mit der Gaswirtschaft. Reiche war vor ihrer Tätigkeit als Ministerin bei dem Energieversorger Westenergie Vorsitzende der Geschäftsführung. Reiches Politik sei „einseitig, gemeinsam mit fossilen Konzernen“, sagte Deckwirth. Sie schade damit „dem Vertrauen in die Demokratie“, was „brandgefährlich“ sei. Als Wirtschaftsministerin sei sie „nicht mehr hinnehmbar“.
Umweltorganisationen hatten bereits am vergangenen Samstag in den vier größten deutschen Städten gegen die Politik Reiches demonstriert.