Ein neu entwickeltes Tool für Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt den Naturschutz in den Elbauen bei Dessau. Die Software „Trapscan“ werte seit Januar automatisch Videoaufnahmen von Wildkameras aus, teilte der World Wide Fund For Nature (WWF) am Dienstag in Berlin mit. Die Technik helfe, die Entwicklung der Auenlandschaften besser zu beobachten.
Entwickelt wurde das System den Angaben zufolge vom WWF Deutschland gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie in Ilmenau. Projektleiter Christian Weigel erklärte, das KI-System filtere nun automatisch relevante Tierbewegungen aus den Aufnahmen. In einem zweiten Schritt klassifiziere die Technik die Tiere mithilfe eines weiteren KI-Modells nach Arten.
Wildkatzen kartiert
Der Naturschutzverband engagiert sich auf mehr als 13.000 Hektar an der mittleren Elbe für die Wiederherstellung naturnaher Auen mit hoher Artenvielfalt. WWF-Projektleiter Florian Kaduk bezeichnete „Trapscan“ als einen Meilenstein im datenbasierten Naturschutz-Flächenmanagement. Die Software habe bereits Tausende Videos von derzeit zwölf Wildkameras in den Auenwäldern analysiert.
Erste Testauswertungen lieferten laut den Wissenschaftlern bereits neue Erkenntnisse. So konnten wiederkehrende Bewegungsmuster der scheuen Wildkatze an verschiedenen Kamerastandorten erkannt werden. Die Tiere wechselten demnach regelmäßig ihr Jagdrevier.
Umgekehrt sortiert das System „Fehlschüsse“ automatisch aus. Die Fotofallen reagierten etwa auch, wenn sich nur Gräser im Wind bewegten. Bislang hätten diese Aufnahmen zeitaufwendig von Hand gesichtet werden müssen.