Eine in Thüringen neu entwickelte Software beschleunigt die Bestimmung von Schmetterlingen deutlich. Das Programm mit dem Namen „Lepy“ könne Fotos der Insekten automatisch vermessen, sortieren und auswerten, teilte ein Sprecher der Friedrich-Schiller-Universität am Freitag in Jena mit.
Bislang ist die wissenschaftliche Auswertung von Schmetterlingen laut des Hochschulsprechers sehr aufwendig. Die Tiere müssen jeweils einzeln vermessen und beschrieben werden. Allein im Rahmen eines Forschungsprojekts in den Peruanischen Anden seien bereits Tausende Falter gesammelt worden, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die extrem artenreichen Insektengemeinschaften zu untersuchen. Eine analoge Bestimmung und Vermessung sei kaum leistbar, teilte die Universität mit, zumal bislang 1.000 Exemplare nicht einmal wissenschaftlich beschrieben worden seien.
Schmetterlinge im Klimawandel
Die neue Software nutzt den Angaben zufolge standardisierte Fotos der präparierten Tiere und berechnet automatisiert Merkmale wie Flügellänge, Körpergröße und Flächeninhalt. Zudem analysiere sie Farbverteilungen und berücksichtige auch Aufnahmen im UV-Bereich. Dies ermöglicht eine objektivere Unterscheidung der Arten.
Nach Angaben der Forscher kann „Lepy“ weltweit eingesetzt werden und hilft, Biodiversität besser zu erfassen und ökologische Veränderungen zu verstehen. Erste Ergebnisse der Jenaer Wissenschaftler im südamerikanischen Hochgebirge deuten darauf hin, dass der Klimawandel Schmetterlinge in höhere Lagen verdrängt und sich dabei auch ihre Körpermerkmale verändern.