Gutachten: Ausbau erneuerbarer Energien günstiger als Gaskraftwerke
Berlin (epd).

Laut einem Gutachten ist der Neubau von erneuerbaren Energien günstiger als der von Gaskraftwerken. Daher fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zusammen mit dem Wirtschaftsverband Windkraftwerke (WVW) die Wirtschaftministerin Katherina Reiche (CDU) auf, ihre „einseitig auf den Neubau von Gaskraftwerken ausgerichtete“ Politik zu beenden, teilte die DUH am Montag mit. Das im Auftrag der DUH und dem WVW erstellte Gutachten habe einen Vergleich zwischen dem Neubau von Gaskraftwerken und dem Neubau von erneuerbaren Energien angestellt.

Dabei seien auch die Investitionen für den Ausbau von Energiespeichern und Stromnetzen einberechnet worden. Die Gesamtkosten für Strom aus neu erreichten Solar- und Windkraftanlagen im Jahr 2027 lägen bei rund elf Cent je Kilowattstunde. Strom aus neu errichteten Gaskraftwerken würde demnach 31 Cent pro Kilowattstunde kosten, hieß es. Dies käme durch derzeit hohe Ausgaben für Gas und Kraftwerke zustande, sowie die erwarteten geringen Betriebsstunden.

Fairer und technologieoffener Wettbewerb

„Tatsächlich sind die Erneuerbaren günstiger“, sagte der Ersteller des Gutachtens, Ralf Bischof, am Montag im RBB-Inforadio. Gegen die erneuerbaren Energien sei konservativ gerechnet worden, um während einer sogenannten „Dunkelflaute“ den Strombedarf mit Speichern abzudecken, erklärte er. Bischof schlug vor, dass die geplanten Ausschreibungen für Gaskraftwerke auch für Konzepte mit erneuerbaren Energien offen sein sollten. „Das ist, denke ich, das, was auch überwiegend in der Energiebranche gewünscht ist, dass man einen wirklich fairen und technologieoffenen Wettbewerb hat“, sagte Bischof.