Mit etwa 3.600 Bibern in etwa 1.150 Revieren ist Sachsen-Anhalt ein Hauptverbreitungsgebiet des geschützten Nagers in Deutschland. Doch lang anhaltende Trockenphasen im Sommer und die starke Besiedlung potenzieller Biberreviere bremsten den weiteren Anstieg der Population, teilte das Umweltministerium in Magdeburg am Dienstag mit. Minister Armin Willingmann (SPD) lobte die insgesamt „positive Entwicklung der Biber-Population“ als „Erfolgsgeschichte für Naturschutz in Sachsen-Anhalt“. Die größten Vorkommen befänden sich im Flussgebiet der Elbe, an Mulde und Havel sowie im Drömling.
Ist der Wasserstand zu niedrig, stauen Biber Gewässer durch Dämme an, um ihre Baue vor Fressfeinden zu schützen. Vor allem an kleineren Bächen und Gräben komme es dann gelegentlich zu Konflikten durch die Überschwemmung von Gärten oder landwirtschaftlichen Flächen. Doch „durch das Fällen von Gehölzen und ihre baulichen Aktivitäten tragen die Nager auch aktiv zu Artenvielfalt und Wasserrückhalt in der Fläche bei“, sagte Umweltminister Willingmann. Das sei gerade in trockenen Sommern ein Effekt, von dem auch Menschen profitierten.
Schutzgebiete haben Biber gerettet
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts sei Europas größtes Nagetier nahezu ausgerottet gewesen, hieß es. Anfang des 20. Jahrhunderts war das verbliebene Vorkommen von etwa 200 Bibern an der Mittleren Elbe im heutigen Sachsen-Anhalt eine von lediglich vier Biberpopulationen in ganz Europa. Nur durch konsequenten Schutz und die Ausweitung von natürlichen Rückzugsgebieten im heutigen Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe konnte die Art vor dem Aussterben gerettet werden.