Der menschengemachte Klimawandel hat sich 2025 in Deutschland erneut deutlich bemerkbar gemacht. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag in Berlin mitteilte, lag die Jahresmitteltemperatur bei 10,0 Grad Celsius und damit weiterhin weit über den klimatologischen Referenzwerten früherer Jahrzehnte. So betrug der Durchschnitt im Zeitraum 1961 bis 1990 noch rund 8,2 Grad.
Weltweit zählt 2025 nach Angaben internationaler Klimadienste zu den drei heißesten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen. Damit setzt sich der langfristige Erwärmungstrend laut DWD sowohl global als auch in Deutschland fort.
Nur kurze „Atempause“ nach Rekordjahren
Hierzulande brachte 2025 nach drei aufeinanderfolgenden Rekordjahren bei der Jahresmitteltemperatur eine leichte Entlastung - allerdings auf hohem Niveau. Mit 10,0 Grad Celsius rangierte das Jahr auf Platz acht der heißesten Jahre seit Beginn der Messungen 1881. Gegenüber dem Höchstwert 2024 fiel 2025 um 0,9 Grad kühler aus.
Für DWD-Klimaexperten Andreas Becker ist diese „Atempause“ eine Erklärung dafür, warum viele Bürgerinnen und Bürger das vergangene Jahr nicht als zu warm einordnen würden. „Wir passen unser Empfinden bereits an die Erinnerung der jüngsten außerordentlich warmen Jahre an“, sagte Becker. Dennoch lag die Temperatur deutlich über früheren Vergleichswerten: um 1,8 Grad über der Referenzperiode 1961 bis 1990 und um 0,7 Grad über dem Mittel von 1991 bis 2020.
Von einem Ende oder auch nur einer relevanten Abbremsung der globalen Erwärmung könne keine Rede sein. Im Gegenteil: Nach Einschätzung des DWD wird das im Pariser Klimaabkommen vereinbarte 1,5-Grad-Ziel dauerhaft zwischen 2028 und 2035 überschritten. Klimaschutz bleibe entscheidend, um Ausmaß und Dauer der Überschreitung zu begrenzen.
Extreme prägten das vergangene Jahr
Das Wetter in Deutschland war 2025 erneut von deutlichen Extremen geprägt. Besonders das Frühjahr fiel durch eine ausgeprägte Trockenphase auf, die regional die Wasserversorgung belastete. In den Sommermonaten Ende Juli und Anfang August folgte eine intensive Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 Grad Celsius in vielen Teilen des Landes. Gleichzeitig wirkte sich der niederschlagsreiche Juli dämpfend auf die Gesamtbilanz aus.
Nach Berechnungen des DWD werden die Temperaturen in ganz Deutschland künftig weiter steigen. Besonders deutlich fällt die Erwärmung demnach in Süd- und Ostdeutschland aus. Betroffen sind alle Jahreszeiten, mit den stärksten Veränderungen im Sommer. Beim Niederschlag zeigt sich ein differenziertes Bild: Im Winter werden vor allem im Norden höhere Mengen erwartet, im Frühjahr im Nordosten. Für den Südosten hingegen rechnen die Meteorologen mit trockeneren Herbstmonaten.
Grundlage der Auswertung ist ein Vergleich der Referenzperiode 1961 bis 1990 mit Projektionen für die Jahre 2071 bis 2100. Diese basieren auf einem Szenario mit weiterhin hohen Treibhausgasemissionen und einem globalen Temperaturanstieg von 2,8 bis 4,2 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts, wie Tobias Fuchs vom DWD erläuterte. Es handelt sich dabei um ein eher pessimistisches Szenario. Projektionen für weitere Szenarien will der DWD noch vorlegen.