Vierte Kinderschutzambulanz für Brandenburg
Frankfurt, Oder (epd).

In Brandenburg gibt es jetzt vier Kinderschutzambulanzen zur Hilfe bei Verdacht auf Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch. Nach Potsdam, Eberswalde und Lauchhammer wurde am Dienstag in Frankfurt an der Oder eine entsprechende Einrichtung eröffnet. Weitere Kinderschutzambulanzen sollen im Laufe des Jahres an Krankenhausstandorten in Neuruppin und Cottbus die Arbeit aufnehmen, teilte das Sozialministerium mit.

Minister René Wilke (SPD) erklärte, Brandenburg sei das letzte Bundesland, das Kinderschutzambulanzen einrichtet. Schon allein deshalb sei es erfreulich, dass innerhalb weniger Wochen vier der Einrichtungen an den Start gebracht worden seien. Wo immer der Verdacht bestehe, dass das Wohl von Kindern gefährdet ist, dass ihnen Gewalt angetan wird oder sie vernachlässigt werden, sei schnellstmögliche Klärung gefragt.

Ambulante Untersuchung

Kinderschutzambulanzen sind den Angaben zufolge spezialisierte Einrichtungen, in denen Mediziner in enger Kooperation mit Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe Verdachtsfällen von Vernachlässigung, Kindesmissbrauch oder Kindesmisshandlung nachgehen. Im Mittelpunkt steht die ambulante Untersuchung von Kindern und Jugendlichen bei Verdacht auf körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt und bei Anzeichen von Vernachlässigung.

Wilke betonte, an einer verlässlichen Finanzierung werde noch gearbeitet. 2024 führten die Jugendämter in Brandenburg den Angaben zufolge 8.501 Verfahren zu möglichen Kindeswohlgefährdungen, rund elf Prozent mehr als im Vorjahr. In 3.270 Fällen sei eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung festgestellt worden.