Bessere Krisenvorsorge für Kinder und Familien gefordert
Erfurt (epd).

Der Kinderschutzbund Thüringen fordert eine deutlich stärkere Ausrichtung der Kinder- und Jugendhilfe auf künftige Krisen. Prävention, niedrigschwellige Angebote für die mentale Gesundheit sowie eine verlässliche Finanzierung und personelle Ausstattung von Jugendhilfe, Kitas und Schulen müssten Vorrang haben, erklärte der Landesverband am Montag in Erfurt. Unterstützungsnetzwerke seien auszubauen, zentrale Anlaufstellen zu schaffen und barrierearme Zugänge zu Hilfen sicherzustellen.

Aus Sicht des Verbandes sind Kinder- und Jugendhilfe sowie Bildungsbereich heute nicht krisenfester als vor der Corona-Pandemie. Der anhaltende Fachkräftemangel, steigende Fallzahlen in den Jugendämtern und zunehmend komplexe Hilfebedarfe verschärften die Lage.

Rechte von Kindern stärker berücksichtigen

Geplante Änderungen des Kinder- und Jugendhilferechts auf Bundesebene bewertet der Kinderschutzbund kritisch. Einsparungen bei individuellen Hilfen und stärkere Poollösungen könnten überlastete Regelsysteme zusätzlich unter Druck setzen und die Unterstützung für Familien in einer künftigen Krise schwächen.

Der Verband fordert zudem, die Rechte von Kindern nach der UN-Kinderrechtskonvention bei politischen Entscheidungen stärker zu berücksichtigen. Teilhabe- und Mitbestimmungsrechte müssten auch in einer Pandemie gewahrt bleiben.

Öffentliche Freiräume, Sport- und Bewegungsangebote sowie Kitas, Schulen, Beratungsstellen und Familienzentren sollten mit geeigneten Schutzkonzepten möglichst geöffnet bleiben. Zudem seien der digitale Ausbau von Schulen und die Fortbildung von Lehrkräften in Vorbereitung kommender Pandemien voranzutreiben.