Mindestlohn sorgt für mehr Geschlechtergerechtigkeit beim Lohn
Nürnberg (epd).

Die Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen ist nach Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) in den vergangenen Jahren kleiner geworden. Vollbeschäftigte Frauen erhielten im Jahr 2024 im Schnitt 17,2 Prozent weniger Lohn und Gehalt als in Vollzeit arbeitende Männer, teilte das IAB am Montag in Nürnberg mit. Der sogenannte Gender Pay Gap sei somit seit 2019 um 3,2 Prozentpunkte zurückgegangen.

Regional sei die Entwicklung aber sehr unterschiedlich, hieß es vonseiten des IAB anlässlich des Equal Pay Days am Freitag. In 15 von 400 Landkreisen sei die Lohnlücke seit 2019 sogar gestiegen. Im Osten sei diese Lücke generell geringer als im Westen. Den geringsten Gender Pay Gap wies demnach Mecklenburg-Vorpommern auf, den höchsten Baden-Württemberg.

Frauen profitieren stärker von höheren Löhnen

Allerdings holte Westdeutschland den Zahlen zufolge auf. Im Westen verringerte sich der Lohnabstand zwischen Männern und Frauen um 3,3 Prozentpunkte, im Osten um 2,0. Frauen hätten stärker von Lohnzuwächsen profitiert, teilte das IAB mit. Ein Grund hierfür sei die schrittweise Erhöhung des Mindestlohns gewesen.

Das IAB empfahl eine Ausweitung der Kinderbetreuung sowie die Flexibilisierung der Arbeitszeiten für Männer und Frauen. Dies und eine Begleitung in Hinblick auf mögliche Karrierewege bei einem Wiedereinstieg nach der Kinderbetreuung trage erheblich dazu bei, den Gender Pay Gap zu verringern, hieß es. In den meisten Regionen seien diese Maßnahmen noch nicht ausreichend ausgebaut und sollten daher intensiviert werden.