1.844 Fälle von akuter Kindeswohlgefährdung in Sachsen
Kamenz (epd).

Die sächsischen Jugendämter haben im Jahr 2024 häufiger Fälle von Kindeswohlgefährdung überprüft. Insgesamt wurden in 8.789 Fällen die Gefährdungsrisiken für die Kinder eingeschätzt, 1.121 Verfahren oder 14,6 Prozent mehr als noch im Jahr 2023, teilte das Statistische Landesamt am Montag in Kamenz mit. In 3.509 Fällen wurden akute oder latente Kindeswohlgefährdungen festgestellt, 15,4 Prozent mehr als noch im Jahr 2023.

In mehr als jedem fünften Fall (1.844) wurde demnach eine eindeutige, akute Kindeswohlgefährdung festgestellt, bei 1.665 Verfahren latente Kindeswohlgefährdungen. Dies bedeute, dass ein Risiko für das Kind nicht ausgeschlossen werden kann. In rund drei von fünf Fällen (60,1 Prozent) sei keine Kindeswohlgefährdung festgestellt worden. Dennoch würden knapp die Hälfte dieser Familien Hilfe oder Unterstützung benötigen.

198 Fälle von sexueller Gewalt

Die meisten Verfahren (2.134) seien bei Kindern der Altersgruppe von sechs bis neun Jahren durchgeführt worden. Bei den akuten und latenten Kindeswohlgefährdungen hätten in den meisten Fällen (2.399) Anzeichen von Vernachlässigung vorgelegen. Des Weiteren habe es Anzeichen für psychische (1.015) und körperliche (821) Misshandlungen gegeben. In 198 Fällen wurde sexuelle Gewalt angegeben.