Krankenkasse fordert neue Terminsteuerung für Arztpraxen
Erfurt (epd).

Vier von zehn Menschen in Thüringen fällt es schwer, im Krankheitsfall die passende Arztpraxis zu finden. 42 Prozent der Befragten einer am Montag in Erfurt veröffentlichten Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) gaben an, bei Symptomen wie Fieber, Schwindel oder Bauchschmerzen zunächst Schwierigkeiten zu haben, die richtige medizinische Anlaufstelle zu finden.

Nach Ansicht der Krankenkasse zeigt das Ergebnis, dass sich viele Patientinnen und Patienten im Gesundheitssystem nur schwer orientieren können. Der Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen, Guido Dressel, kritisierte, bei der Suche nach der richtigen medizinischen Versorgung seien viele Menschen auf sich allein gestellt. Noch zu häufig hänge es vom Zufall oder von der eigenen Hartnäckigkeit am Telefon ab, wann und wo jemand behandelt werde. Maßgeblich müsse jedoch der medizinische Bedarf sein.

Telefonische Erstberatungen angeregt

Dressel forderte daher, Termine sollten vorrangig nach medizinischer Dringlichkeit vermittelt werden. Dafür solle eine einheitliche digitale Terminplattform aufgebaut werden, an die Arztpraxen feste Kontingente freier Termine melden. Eine Ersteinschätzung könne zunächst telefonisch über den ärztlichen Bereitschaftsdienst, in Arztpraxen oder digital erfolgen.

Laut Umfrage sind viele Menschen offen für ein solches Verfahren. 61 Prozent der Thüringerinnen und Thüringer können sich vorstellen, eine medizinische Ersteinschätzung zu nutzen. Wichtig sei jedoch, dass diese Bewertung überall zum selben Ergebnis komme - unabhängig davon, wo Patientinnen und Patienten zuerst Kontakt zum Gesundheitssystem aufnehmen, sagte Dressel.