Katholisches Krankenhaus wird größtes Klinikum Sachsen-Anhalts
Halle (epd).

Zum 1. Januar übernimmt das katholische Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle (Saale) das Dölauer Krankenhaus Martha-Maria. Mit zusammen mehr als 1.100 Klinikbetten und fast 3.000 Mitarbeitern an drei Standorten in der Saalestadt entsteht Sachsen-Anhalts größtes Klinikum, teilte ein Sprecher in Halle dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Damit wird der Konzentrationsprozess unter den konfessionellen Krankenhäusern fortgesetzt. Zuletzt hatte zum 1. August 2025 das Uniklinikum Magdeburg das zuvor evangelische Klinikum der Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg übernommen.

In einem ersten Schritt werde das evangelisch-methodistisch geprägte Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau zum 1. Januar „eine Tochtergesellschaft der Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle (Saale) GmbH“, erläuterte Sprecher Jan-Stephan Schweda. „Für die Patientinnen und Patienten ändert sich zunächst einmal nichts“, betonte er. Im Frühjahr sei die eigentliche Verschmelzung zu einem neuen Haus mit neuem Namen geplant. Das neue Krankenhaus werde an den drei historischen Standorten rund 30 medizinische Fachbereiche und Kliniken umfassen.

Wirtschaftliche Gründe für Fusion

Ursächlich für den über zwei Jahre vorbereiteten Zusammenschluss seien wirtschaftliche Gründe. Die Partner wollten auch künftig „aktiv Verantwortung für die Patientenversorgung in Halle und in Sachsen-Anhalt“ übernehmen. Deshalb werde der neue Klinikverbund „eine an den Patientinnen und Patienten orientierte Spitzenmedizin mit christlichen Wurzeln konsequent weiterdenken“, die „Kräfte bündeln“ und „Ressourcen schonen“. So sei angedacht, die zunächst 1.100 Klinikbetten mit Hilfe „neuer Behandlungsmöglichkeiten, des medizinischen Fortschritts und des allgemeinen Trends zur Ambulantisierung im Gesundheitswesen“ mittelfristig auf etwa 850 abzuschmelzen.

Die Partner wollten durch den Zusammenschluss „medizinische Leuchttürme ausbauen, neue Stärken entwickelt und die medizinische Versorgung noch besser machen“, sagte Schweda. Dadurch entstünden zugleich „hoch spezialisierte Arbeitsplätze, die das Krankenhaus attraktiver für Fachkräfte machen und zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeitenden bieten“.

Auch wenn das neue Krankenhaus künftig Teil des katholischen Elisabeth Vinzenz Verbundes sei, solle sich „das neue Haus an der christlichen Ökumene orientieren und sowohl vom Werteverständnis, als auch hinsichtlich der Spiritualität, die Traditionen beider Träger aufgreifen“.

Historische Wurzeln in Halle

Das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara geht auf eine Gründung der „grauen Schwestern“ aus dem Jahr 1891 zurück. Ein 1904 errichtetes Kinderkrankenhaus wurde 1925 nach der Heiligen Barbara benannt. 1999 fusionierten beide Einrichtungen zum Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara. 2006 wurde auch die Kinderklinik des Städtischen Krankenhauses übernommen.

In der Dölauer Heide wurde im Juli 1946 das Waldkrankenhaus Halle-Dölau eröffnet. Im Januar 1997 fusionieren das mittlerweile Städtische Krankenhaus und das ehemalige Kinderkrankenhaus Martha-Maria. In den Folgejahren erfolgen zahlreiche Neubauten und Sanierungsarbeiten zu einem modernen Krankenhausstandort.

Von Thomas Nawrath (epd)