Mit Blick auf die am 12. Mai voraussichtlich letztmalig tagende Kommission zur Kindergartenfinanzierung hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Thüringen (GEW) ein schnelles und tragfähiges Gesamtkonzept gefordert. Aktuelle Entwicklungen in mehreren Städten zeigten den Handlungsdruck, erklärte die Bildungsgewerkschaft am Mittwoch in Erfurt. So drohten in Erfurt und Gera Schließungen, und in Suhl komme es zu Fusionen von Einrichtungen.
Viele Kommunen reagierten laut eines Gewerkschaftssprechers mit harten Maßnahmen auf sinkende Kinderzahlen, verfügten jedoch über keine abgestimmte Strategie. Die Kindergartenpolitik stehe inzwischen vor einer Richtungsentscheidung. Während kommunale Spitzenverbände auf Kostendämpfung drängten, forderten Praxisvertreter verbindliche Investitionen in Qualität und Personal. Die GEW warnte davor, den demografischen Wandel für Einsparungen zu nutzen.
Regelungen für Sicherung und Qualität
Die stellvertretende Landesvorsitzende Bettina Löbl verlangte klare Regelungen zur Sicherung von Personal und Qualität. Öffentliche Mittel müssten verlässlich in den Einrichtungen ankommen, eine Absenkung von Rechtsansprüchen dürfe es nicht geben. Zugleich sprach sich die GEW für einen moderierten landesweiten Anpassungsprozess aus. Auch zielgerichtete Steuerungsinstrumente wie ein Sozialindex müssten weiterentwickelt werden. Entscheidend sei, die Qualität frühkindlicher Bildung und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in den Mittelpunkt zu stellen.
Die GEW Thüringen ist nach eigenen Angaben die größte Bildungsgewerkschaft im Freistaat. Sie ist Teil des Deutschen Gewerkschaftsbunds.