Der Thüringer Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Dennis Petschner, hat entschlossene Maßnahmen zur Stärkung von Inklusion und gleichberechtigter Teilhabe gefordert. Trotz bestehender gesetzlicher Grundlagen existierten weiterhin erhebliche strukturelle Defizite auch in Thüringen, sagte der Beauftragte anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am Dienstag in Erfurt.
Zentrale Herausforderungen zeigen sich laut Petschner insbesondere in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarktintegration, Barrierefreiheit und gesellschaftliche Teilhabe. Der gleichberechtigte Zugang zu inklusiver Bildung sei in Thüringen vielerorts noch nicht gewährleistet. Unterstützungsleistungen wie Schulbegleitung stünden unter Druck, während gleichzeitig die notwendige Infrastruktur nicht flächendeckend ausgebaut sei.
Ausbildung soll verbessert werden
Auch auf dem Arbeitsmarkt bleibt nach Aussage Petschners die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Übergänge aus Werkstätten in den allgemeinen Arbeitsmarkt seien nur in seltenen Fällen erfolgreich. Es bedürfe daher gezielter Anreize für Unternehmen, einer Reduzierung der Bürokratie sowie verlässlicher Unterstützungsstrukturen, um inklusive Beschäftigung nachhaltig zu stärken.
Zudem forderte der Beauftragte, die Hürden für die notwendigen Qualifikationen zur Ausbildung von Menschen mit Behinderungen deutlich zu senken. Nur so ließen sich Barrieren für Betriebe und Fachkräfte bei der Beschäftigung von Menschen mit besonderem Förderbedarf abbauen.