Berlin baut Kinderschutz aus
Berlin (epd).

Mit neuen Unterstützungsangeboten für besonders belastete Kinder und Jugendliche will Berlin den Kinderschutz verstärken. Es gebe in vier Bereichen Neuerungen, die in akuten Krisen unterstützen sollen, teilte die Senatsbildungsverwaltung am Mittwoch in Berlin mit. „Mein Anspruch ist, dass jedes Kind und jeder Jugendliche in Berlin auch in schwierigen und komplexen Lebenslagen auf verlässliche Unterstützung zählen kann“, sagte Senatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU).

Mit dem Wohnprojekt „Flexwohnen“ sei in den vergangenen zwei Jahren ein Angebot für junge Menschen in akuten Krisensituationen begonnen worden. Nun sollen die bisher 79 Plätze den Angaben nach mit 1,4 Millionen Euro Förderung aus dem Haushalt erweitert werden. Zusätzlich sollen drei Wohnungen mit Schnittstelle zur Psychiatrie geschaffen werden.

Neue Krisenpflegestellen

Neu in der Pflege von Kindern sei das Konzept der Bereitschaftspflege. In allen Bezirken sollen mindestens zwei Krisenpflegestellen geschaffen werden, um Kindern kurzfristige Unterstützung und Versorgung zu ermöglichen. Weitere 51 Stellen seien in diesem Jahr beim Berliner Notdienst Kinderschutz geschaffen worden. Dieser sichere den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung auch außerhalb der Dienstzeiten von Jugendämtern ab.

Für die psychologische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen habe in diesem Jahr das Projekt „Kompass“ in Kooperation mit der Psychologischen Hochschule Berlin begonnen. Es biete niederschwellige psychotherapeutische Beratung mit kostenfreien Sitzungen, auch ohne Krankenversicherung.