Barmer-Arztreport: Massiver Anstieg an Endometriose-Fällen
Berlin (epd).

Die Zahl der Erstdiagnosen von Endometriose hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Zwischen 2005 mit rund 230.000 betroffenen Frauen und 2024 mit mehr als 510.000 habe es einen Anstieg von 120 Prozent gegeben, teilte die Krankenkasse Barmer am Mittwoch bei der Vorstellung ihres 20. Arztreports in Berlin mit.

Endometriose ist eine gutartige, chronisch verlaufende Erkrankung. Dabei wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhöhle. Es siedelt sich an den Eierstöcken, im Bauch- und Beckenraum, am Darm oder Bauchfell an und kann zu starken Schmerzen führen.

Erhöhte Sichtbarkeit

Die gestiegenen Diagnosezahlen könnten an einer erhöhten Sichtbarkeit der Krankheit liegen. Laut Arztreport sank das Durchschnittsalter bei der Erstdiagnose von 2015 bis 2024 um 3,8 Jahre auf 37,4 Jahre. Eine frühe Diagnose sei dabei entscheidend: „Auch wenn die Erkrankung nicht mit einer höheren Sterblichkeit einhergeht, ist die Krankheitslast extrem hoch“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Christoph Straub.

Lebensqualität „erheblich beeinträchtigt“

Durch Begleiterkrankungen an besiedelten Organen oder Migräne sowie Einschränkungen der Fruchtbarkeit sei die Lebensqualität „erheblich beeinträchtigt“, hielt Studienautor Joachim Szecsenyi fest. Zwischen 2005 und 2024 sei die Zahl an Behandlungsfällen in Krankenhäusern um mehr als 80 Prozent angestiegen. Diese Zahl könnte laut Straub in den nächsten Jahren sinken. Durch neue Leitlinien seit 2025 ist eine Diagnose nicht mehr nur per Bauchspiegelung, sondern unter anderem auch per Ultraschall möglich. Der Grund für die Erkrankung ist unbekannt.