Zentrum für jüdischen Film eröffnet
Potsdam (epd).

Das neue Zentrum Jüdischer Film und Audiovisuelles Erinnern an der Filmuniversität Babelsberg soll zu einem Ort werden, der jüdisches Leben in seiner ganzen Vielfalt und Selbstverständlichkeit sichtbar macht. Dies erklärte Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) zum Start der bundesweit einmaligen Einrichtung am Mittwoch in Potsdam. Die Eröffnung des Zentrums, das in den kommenden Jahren schrittweise aufgebaut werden soll, sei ein „Meilenstein für Brandenburg, für Deutschland und für die internationale Forschungs- und Erinnerungslandschaft“.

Schüle betonte, in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder offen sicht- und hörbar sei und in der öffentliche Debatten zunehmend von Enthemmung und Verrohung geprägt seien, könnten Filme „Erinnerung bewahren, Empathie schaffen und Debatten öffnen“. An dem neuen Zentrum könnten „unaufgeregte, differenzierte Diskussionen stattfinden und komplexe Fragen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden“.

Lea Wohl von Haselberg

Themenfelder der Einrichtung sind nach Hochschulangaben die jüdische Filmforschung, Fragen der audiovisuellen Erinnerung und der Bereich „Antisemitismus und Film“. Bereits zu Jahresbeginn wurde nach Ministeriumsangaben die Medienwissenschaftlerin Lea Wohl von Haselberg als Professorin für Jüdischen Film und Audiovisuelle Erinnerung berufen. Sie soll das Zentrum aufbauen und wissenschaftlich leiten.

Die Filmuniversität Babelsberg wurde 1954 in der DDR als Deutsche Hochschule für Filmkunst gegründet. 2014 wurde sie in eine Universität umgewandelt. In den insgesamt 23 Studiengängen sind derzeit rund 960 Studierende eingeschrieben.