Eine Ausstellung mit Werken des Leipziger Malers Michael Triegel ist am Samstag in Berlin eröffnet worden. Unter den rund 20 Exponaten sind 15 neue entstandene Kunstwerke, teilte die Galerie Schwind in Berlin mit.
Der 57-Jährige ist als Maler der sogenannten „Neuen Leipziger Schule“ bekannt geworden. Er steht für eine altmeisterliche Bildsprache und zeitgenössische Deutung religiöser und mythologischer Themen. Triegel hat sich unter anderem als „Papstmaler“ einen Namen gemacht, als er Papst Benedikt XVI. (1927-2022) porträtierte. Der in Leipzig lebende Triegel erhielt im vergangenen Jahr die Ehrendoktorwürde der theologischen Fakultät der dortigen Universität.
Frage nach der Herrlichkeit Gottes
Im Mittelpunkt der Berliner Ausstellung steht laut Galerie das neue Gemälde „Doxa“, in dem die Frage nach der Herrlichkeit Gottes und ihrer sinnlichen Erscheinung in der Welt verhandelt werde. Daneben gibt es unter anderem diverse Stillleben Triegels zu sehen. Die Ausstellung ist bis 21. März zu sehen.
Parallel zur Ausstellung sollte am Samstagabend der Kinofilm „Triegel trifft Cranach - Malen im Widerstreit der Zeiten“ über die Entstehung des Naumburger Cranach-Triegel-Altar seine Berlin-Premiere feiern. Offizieller Kinostart für den Dokumentarstreifen ist am 5. Februar. Dafür begleitete Regisseur Paul Smaczny („Die Thomaner“) den Maler mehrere Jahre lang. Neben Michael Triegel kommen in dem 107-minütigen Film unter anderem der Maler Neo Rauch und Elisabeth Triegel zu Wort.
Naumburger Cranach-Triegel-Altar in Rom
Der umstrittene Cranach-Triegel-Altar aus dem Naumburger Dom ist derzeit in Rom zu sehen. Das berühmte Marien-Retabel von Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553) und Triegel ist für zwei Jahre an die dortige Kirche Santa Maria della Pieta ausgeliehen.
Der Altar hatte in den vergangenen Jahren für heftigen Streit gesorgt. Weil er die berühmten Stifterfiguren um Uta von Naumburg und Markgraf Ekkehard II. von Meißen aus dem 13. Jahrhundert verdeckte, drohte der Internationale Rat für Denkmalpflege Icomos zwischenzeitlich mit der Aberkennung des Unesco-Welterbetitels.