Das Bauhaus Dessau thematisiert in einer neuen Ausstellung ab 12. Februar die globalen Verflechtungen von Ressourcen, Arbeit und Ökonomien künstlerisch. Unter dem Titel „Soda / Linsen / Fluff“ werden Malerei und Zeichnungen der Künstler Antje Schiffers und Thomas Sprenger präsentiert, teilte die Stiftung Bauhaus Dessau mit. Sie hatten seit Sommer 2024 „Abbau- und Produktionsstätten von Rohstoffen für Zement, Ziegel, Stahl und Glas in Sachsen-Anhalt, Kuba und der Türkei“ bereist, um mit ihrer Kunst „Geschichten über Begegnungen mit Menschen an diesen Orten“ zu zeigen, sagte Sprecher Domenik Pasemann.
Die vor Ort besuchten Produzenten, Geologen oder Industriemuseen werden durch ihre Kooperation mit den Künstlern zu Mitwirkenden der Ausstellung. Damit sollen „gesellschaftliche Umbrüche, Verluste, aber auch Aufbrüche und menschliches Engagement über Objekte und Erzählungen greifbar“ gemacht werden, hieß es.
Zementwerk für Linsen
Der etwas sperrige Ausstellungstitel „Soda / Linsen / Fluff“ spielt bewusst mit der skurril anmutenden Frage, wie viele Tonnen Linsen ein Zementwerk wert sei. „Die Antwort findet sich in den historischen globalen Handelsbeziehungen der DDR mit dem sozialistischen Äthiopien: Das Zementwerk New Mugher wurde damals im Rahmen eines langfristigen Importabkommens tatsächlich auch mit Linsen bezahlt“, sagte Pasemann. Diese Geschichte mache die oft abstrakten Tauschprozesse und globalen Verflechtungen „auf spielerische und sehr konkrete Weise greifbar“. Das Museum werde so „zu einem Knotenpunkt dieses räumlich und zeitlich ausgefalteten Projekts“.