Jüdisch-israelische Kulturtage in Thüringen eröffnet
Erfurt (epd).

Mit einem Doppelkonzert israelischer und iranischer Musiker sind am Donnerstagabend in Erfurt die 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen eröffnet worden. Das Festival wolle durch kulturellen Austausch auch in dieser Zeit des Krieges Vorurteile abbauen, Begegnungen fördern und damit auch dem wachsenden Antisemitismus entgegentreten, sagte der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Reinhard Schramm, in einem vorab übermittelten Grußwort.

Nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran Ende Februar habe sich die politische Lage grundlegend verändert, sagte Schramm. Damit verbänden sich Hoffnungen auf ein Ende des Mullah-Regimes und seines Terrors im Iran und darüber hinaus. Langfristig könne ein „Tag danach“ kommen, an dem Juden und Iraner einander die Hand zur Zusammenarbeit und Freundschaft reichten.

Umplanungen notwendig

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) betonte, jüdische Kunst, Musik und Kultur prägten Thüringen seit mehr als 900 Jahren. Die Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen zeigten die Vielfalt jüdischen Lebens und erinnerten zugleich an die Bedrohungen durch Antisemitismus. Die historischen Erfahrungen mahnten, dass es den Einsatz aller brauche, um jüdisches Leben zu schützen.

Das Festival bietet bis zum 26. März rund 80 Veranstaltungen in 16 Orten Thüringens, darunter Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Führungen zur jüdischen Geschichte. Insgesamt sollten 16 israelische Künstlerinnen und Künstler auf dem Festival auftreten. Die aktuelle Situation in Nahost hat jedoch Umplanungen notwendig gemacht.