In Brandenburg gehören jetzt zwei weitere Traditionen zum immateriellen Kulturerbe. Die „Luckauer Christmette mit traditionellem Quempas-Singen“ und der Brauch „Karneval, Fasching, Fastnacht in Ostdeutschland“ seien auf Vorschlag einer Expertenjury neu in das Landesverzeichnis aufgenommen worden, teilte das Kulturministerium am Dienstag in Potsdam mit. Damit stünden nun elf Bräuche und Handwerkstraditionen auf der Landesliste, darunter die Finsterwalder Sangestradition und die Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben.
Die beiden neuen Einträge würden auch für das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen, hieß es. Dort gebe es bislang 168 Einträge, darunter acht aus Brandenburg. Die weltweite Unesco-Liste umfasse derzeit 716 Kulturformen aus 152 Ländern, darunter neun aus Deutschland.
Jahrhunderte alte Bräuche
Die Bewerbung für die Aufnahme der Luckauer Christmette in das Landesverzeichnis sei vom Heimatverein der Stadt gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde eingereicht worden, hieß es. Der Festgottesdienst werde in den frühen Morgenstunden des 25. Dezember in der St.-Nikolai-Kirche gefeiert und habe mit dem gemeinsamen Quempas-Singen, einem mittelalterlichen Wechselgesang der in Chöre aufgeteilten Gemeinde, eine große identitätsstiftende Bedeutung für die Stadtgesellschaft.
Die Bewerbung „Karneval, Fasching, Fastnacht in Ostdeutschland“ wurde den Angaben zufolge gemeinsam von den Karnevalsverbänden Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eingereicht. Die Ursprünge der Tradition reichten bis in das Mittelalter zurück.