Die Händel-Festspiele in Halle (Saale) finden in diesem Jahr vom 5. bis 14. Juni statt. Die mehr als 80 Veranstaltungen an 27 Spielorten stehen unter dem Motto „Mannsbilder: Helden, Herrscher, Herzensbrecher“, wie der neue Intendant der Festspiele, Florian Amort, am Mittwoch bei der Vorstellung des Programms in Halle (Saale) sagte. Halle ist die Geburtsstadt des Barockkomponisten Georg Friedrich Händel (1685-1759).
Händel habe in seinen Werken oft mächtige Männer wie Ritter oder Könige in den Fokus genommen, aber durchaus ein differenziertes Bild der Gesellschaft gezeichnet. „Händel hat die Vielfalt der Männlichkeitsbilder zum Thema seiner Werke gemacht“, sagte Amort. Das solle sich auch in der Vielfalt des Programms zeigen und durchaus neues Publikum ansprechen, erläuterte der 33-jährige Intendant, der seit Frühjahr 2025 im Amt ist. Zuvor war er Chefdramaturg der Bregenzer Festspiele.
Neben sieben Opern und drei Marionetten-Opern gehören drei Oratorien und zwölf Konzerte von Händel-Stücken zum abwechslungsreichen Programm. „Nirgendwo sonst kann man so viele Barockopern erleben, wie in den zehn Tagen der Händel-Festspiele“, sagte Amort. Seinen Angaben nach ist der Etat des Festivals mit rund 1,8 Millionen Euro auf dem gleichen Stand wie im Vorjahr. Dennoch habe man die Zahl der Veranstaltungen um fast 20 auf mehr als 80 erhöht.
Vielfältiges Programm
Für Halles Oberbürgermeister Alexander Vogt (parteilos) sind die Festspiele „das kulturelle Aushängeschild“ der Stadt. So vielfältig wie der Komponist selbst, der neben bewegender sakraler Musik auch zahlreiche Opern und gefeierte Musikstücke für weltliche Anlässe hinterlassen habe, so abwechslungsreich präsentiere sich auch das Festivalprogramm 2026.
Die Eröffnung findet auf dem Marktplatz am Händel-Denkmal statt. Danach folgen ein Carillon-Konzert des größten europäischen Glockenspiels im Roten Turm auf dem Marktplatz sowie die Orgelnacht an fünf Orgeln in Kirchen und Konzertsälen.
Zum Festivalprogramm zählen zudem die beim Publikum beliebten Wandelkonzerte, beispielsweise im Botanischen Garten, das Preisträgerkonzert mit René Jacobs und dem Kammerorchester Basel sowie diverse Veranstaltungen in Clubs, im Planetarium, im Stadtmuseum oder auf dem Motorschiff „Händel II“. Intendant Amort warb zudem für eine „freche Opern-Parodie“, die komische Oper „The Dragon of Wantley“, mit der sich Johann Friedrich Lampe 1737 über Händels italienische Opern amüsiert und in London viele Zuschauer begeistert habe.
Festlicher Abschluss
Traditionell gab es zum Abschluss der Festspiele in der Galgenbergschlucht bislang die Feuerwerksmusik mit einem opulenten Feuerwerk. Doch anstatt wie früher 10.000 Besucher seien es zuletzt nur noch etwa 3.500 gewesen, sagte Amort. Deshalb sei dieses Event einen Tag vorgezogen worden. Stattdessen ist zum Abschluss des Festivals der „Messiah“ in Händels Taufkirche, der Marktkirche Unser Lieben Frauen, mit dem weltberühmten „Halleluja“ geplant. Dies sei ein besonderes Hoffnungszeichen für Festival und Stadt, ergänzte der Intendant. Der Kartenvorverkauf für die Händel-Festspiele hat am 14. Januar begonnen.