Mit sechs Thüringer Denkmalschutzpreisen würdigt der Freistaat das Engagement für den Erhalt des kulturellen Erbes. Die mit insgesamt 40.000 Euro dotierten Auszeichnungen wurden am Donnerstag in Erfurt verliehen. Kulturminister Christian Tischner (CDU) betonte dabei die Bedeutung des Engagements für den Denkmalschutz.
In der undotierten Kategorie Anerkennung wurde die Klassik Stiftung Weimar für die Restaurierung der Schlosskapelle des Residenzschlosses Weimar ausgezeichnet. Gewürdigt wurde das anspruchsvolle Restaurierungskonzept zur Bewahrung eines bedeutenden Teils des Weimarer Residenzensembles. Die heutige Schlosskapelle im Weimarer Stadtschloss wurde zwischen 1844 und 1847 errichtet.
Seltenes Beispiel einer erhaltenen Notkirche
Der mit 12.500 Euro dotierte Gruppenpreis ging an den Cyriakkreis der Evangelischen Predigergemeinde Erfurt für den Erhalt und die Pflege der Cyriakkapelle. Die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Kapelle gehört zu den wenigen erhaltenen Sakralbauten des damaligen Notkirchenprogramms. Der Cyriakkreis hält das Gebäude zugleich als Gotteshaus, Treffpunkt und Ort der Gemeinschaft lebendig.
Mit dem ebenfalls mit 12.500 Euro dotierten Preis für bodendenkmalpflegerische Vermittlung wurde der ASB-Kreisverband Sömmerda für sein Engagement am Freilichtmuseum Funkenburg Westgreußen geehrt. Die rund 2.300 Jahre alte historische Stätte wird seit Jahrzehnten durch archäologische Forschung, Rekonstruktionen und Vermittlungsarbeit für Besucher anschaulich gemacht.
Den Erhalt historischer Bausubstanz mit zeitgemäßer Nutzung verbunden
In der Kategorie Einzeldenkmal/Einzelpreis gingen jeweils 5.000 Euro an Evelyn und Udo Stark für die Villa „Heimlicher Grund“ in Gräfenroda sowie an die Städtische Wohnungsgesellschaft Mühlhausen für die Sanierung und Umnutzung eines ehemaligen Speichers. Die Villa aus dem späten 19. Jahrhundert bildet mit Grünanlage, Nebengebäuden und Einfriedung ein prägendes Ensemble für Gräfenroda. Die Eigentümer haben das Gebäude mit großem persönlichem Einsatz restauriert.
Die Städtische Wohnungsgesellschaft erhielt den Preis für die Sanierung und Umnutzung des ehemaligen Speichers in der Kurzen Jakobistraße. Das Projekt verbindet den Erhalt historischer Bausubstanz mit einer zeitgemäßen Nutzung und bewahrt damit ein Zeugnis der Mühlhäuser Stadtgeschichte.
Bedeutende Auszeichnungen für den Erhalt des kulturellen Erbes
Ebenfalls 5.000 Euro erhielten Elisabeth und Hubert Winter für die denkmalgerechte Sanierung der ehemaligen Dorfschule in Buttlar. Das Ehepaar erwarb das nahezu abbruchreife Gebäude 1995 und stellte es über Jahrzehnte wieder her. Neben dem um 1870 errichteten Schulgebäude blieben auch Nebengebäude und historischer Schulgarten erhalten. Durch die Umnutzung zu Wohnzwecken wird das Zeugnis des ländlichen Schulbaus bewahrt.
Tischner betonte, der Thüringer Denkmalschutzpreis gehöre zu den bedeutenden Auszeichnungen des Landes für den Erhalt des kulturellen Erbes. Die Preisträger stünden beispielhaft für Menschen und Institutionen, die mit Fachkenntnis, Ausdauer und persönlichem Einsatz dafür sorgten, dass Geschichte sichtbar und erfahrbar bleibe. Thüringen verfügt nach Angaben des Ministeriums über knapp 25.000 eingetragene Kulturdenkmale.