Berlin will Zugang zu Kulturangeboten erleichtern
Berlin (epd).

In Berlin soll der Zugang zu Theater, Konzerten und anderen Kulturveranstaltungen erleichtert werden. „Unser Ziel ist es, perspektivisch eine möglichst zentrale Plattform zu haben, über die Karten für alle Einrichtungen erworben werden können“, sagte Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es gehe um eine Verbesserung beim Ticketkauf und bei der Information über Kulturveranstaltungen.

„Heute ist es für Besucherinnen und Besucher oft mühsam, sich durch zahlreiche unterschiedliche Webseiten und Buchungssysteme zu klicken, um an Tickets zu kommen“, sagte die Kultursenatorin. Derzeit habe jedes Haus eigene Verträge mit verschiedenen Ticketanbietern. „Genau hier sehen wir ein erhebliches Potenzial, Kräfte zu bündeln und Kosten zu reduzieren“, so Wedl-Wilson. In anderen deutschen Großstädten wie etwa Köln sei dies längst Realität.

Kritik an unübersichtlichen Informationen

Laut dem landeseigenen Institut für Kulturelle Teilhabeforschung nimmt seit Jahren die Zahl der Berlinerinnen und Berliner zu, die als Hinderungsgrund für einen Kulturbesuch Schwierigkeiten bei der Suche nach entsprechenden Informationen angeben. Einer Studie von Ende September zufolge nennen 61 Prozent der Befragten das als Grund.

„Wir sind an dem Thema dran“

Die Kultursenatorin betonte, sie halte es nicht für den sinnvollsten Weg, „ein vollständig neues Ticketingsystem von Grund auf zu entwickeln, zu testen und am Markt zu etablieren - noch dazu in Konkurrenz zu bestehenden Anbietern“: „Deutlich realistischer erscheint es uns, mit der gebündelten Verhandlungsmacht aller Einrichtungen auf einen technisch stabilen und am Markt etablierten Anbieter zuzugehen und bessere Konditionen auszuhandeln.“ Dieser Abwägungsprozess laufe aktuell: „Wir sind an dem Thema sehr konkret dran.“

Erschwerte Orientierung

Grundsätzlich verfüge Berlin bereits über leistungsfähige Informationsplattformen für Kulturangebote, etwa über berlin.de sowie über die Bühnen- und Museumsportale der Kulturprojekte Berlin, so die Kultursenatorin. Zugleich sei die Vielzahl an privaten und öffentlichen Plattformen sowie Ticketshops für viele eher unübersichtlich und erschwere die Orientierung.

Vor diesem Hintergrund prüfe ihr Haus derzeit mit einer Arbeitsgruppe aus Vertriebsexpertinnen und -experten der wichtigsten Kultureinrichtungen, wie eine sinnvolle Bündelung und Weiterentwicklung der bestehenden Angebote aussehen könnten: „Ziel ist es, die vorhandenen Strukturen besser miteinander zu verzahnen, anstatt parallel neue Insellösungen zu schaffen.“

epd-Gespräch: Lukas Philippi