Potsdam: Stiftung will über Weiternutzung des Rechenzentrums reden
Potsdam (epd).

Die Stiftung Garnisonkirche in Potsdam ist offenbar bereit, die Nutzung des zum Teil auf kirchlichem Grund stehenden benachbarten Rechenzentrums als Kultur- und Kreativstandort zu verlängern. Das Stiftungskuratorium habe sich auf seiner Sitzung am Dienstagabend intensiv mit dem Vorschlag der Potsdamer Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) befasst, das Rechenzentrum nochmals befristet für sieben Jahre zu erhalten und weiterzunutzen, teilte die Stiftung im Anschluss mit.

Dabei stehe für die Stiftung jedoch keine konkrete Frist für eine weitere Nutzung des Gebäudes im Vordergrund, wenn die Rechte der Stiftung gemäß der Beschlussfassung der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung (SVV) und in Abstimmung mit Vertretern des Rechenzentrums gewahrt bleiben, heißt es. Das Kuratorium beauftragte den Vorstand, darüber konkrete Gespräche aufzunehmen.

Vorbehalte gegen Abriss

Das Rechenzentrum war nach der Sprengung der Ruine der Garnisonkirche 1968 durch die DDR zwischen 1969 und 1971 als Datenverarbeitungszentrum errichtet worden. Seit 2015 wird das Gebäude als Kulturzentrum genutzt. Sollte nach dem Turm auch das Kirchenschiff der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Garnisonkirche wiederaufgebaut werden, stünde das Gebäude im Weg.

Als Kompromiss hat die Stadt 2022 vorgeschlagen, statt des Kirchenschiffs ein Haus der Demokratie im baulichen Verbund mit dem Rechenzentrum auf dem Areal zu errichten. Auch innerhalb der evangelischen Kirche gibt es Vorbehalte gegen einen Abriss des Rechenzentrums. So fordern Kritiker, darüber dürfte ausschließlich die Landessynode als zentrales Beschlussgremium entscheiden.