Der Wiederaufbau des Turmes der Potsdamer Garnisonkirche geht in die letzte Etappe. Seit Dienstag wird die rund 27 Meter hohe Haube am Boden neben dem Turm vormontiert, wie die Stiftung Garnisonkirche Potsdam mitteilte. Die verschiedenen Bauteile werden in Werkstätten vorgefertigt und vor Ort zusammengesetzt. Zunächst wurden am Dienstag 24 mehr als sieben Meter große Edelstahlsäulen auf das Baufeld hinter der Garnisonkirche angeliefert.
Die Turmhaube wird im Inneren aus den Stahlsäulen und einem hölzernen Dachstuhl bestehen und außen mit Kupfer verkleidet. Auf der Spitze wird eine drehbare Wetterfahne aufgesetzt, die die Windrichtung anzeigt.
60 Tonnen schwere Konstruktion
Im Frühjahr 2027 soll dann die fertiggestellte, etwa 60 Tonnen schwere Konstruktion auf den Turm gehoben werden. Dort wird sie über der 57 Meter hohen Aussichtsplattform montiert. Insgesamt hat der Garnisonkirchenturm dann eine Höhe von rund 85 Metern.
Mit dem Wiederaufbau des Garnisonkirchenturms war 2017 begonnen worden. 2024 wurde das Bauwerk im Potsdamer Zentrum eröffnet. Äußerlich gleicht der Turm weitgehend dem barocken Original von 1735. Im Innern befindet sich heute eine Kapelle und eine Ausstellung, die sich mit der Geschichte des Ortes beschäftigt.
Über den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten und von der DDR abgerissenen Kirche ist jahrelang gestritten worden. Die historische Militärkirche gilt als Symbolort antidemokratischer Kräfte. Die evangelische Kirche nutzt den neuen Turm für Friedensarbeit und Demokratiebildung.