Kirche in Rathenow nach Wiederaufbau eingeweiht
Rathenow (epd).

Die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte St. Marien-Andreas-Kirche in Rathenow (Havelland) ist nach jahrzehntelangem Wiederaufbau am Sonntag neu eingeweiht worden. Bei einem Festgottesdienst sagte Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD), „diese geschundene Kirche steht für Leben und Miteinander und ja, auch Liebe und Hingabe“. Ihr Wiederaufbau sei „ein Lichtblick in einer Welt, die derzeit allzu oft von Konflikten, Kriegen und Katastrophen heimgesucht wird“.

Die St. Marien-Andreas-Kirche sei mehr als ein Denkmal der norddeutschen Backsteinkunst. „Ihre Geschichte ist eine Geschichte von dunklen Zeiten, Zerstörung und Zerfall, aber auch von Wundern, Hoffnung und Licht“, sagte Schüle. Die Ministerin dankte allen Engagierten, vor allem dem 1996 gegründeten Förderkreis, der sich seit Jahrzehnten „mit beeindruckender Beharrlichkeit“ für diesen Wiederaufbau eingesetzt habe.

Millionenförderung von Bund und Land

Die in Teilen aus dem frühen 13. Jahrhundert stammende Kirche war im April 1945 während der Kämpfe um Rathenow bis auf die Umfassungsmauern ausgebrannt. In den 1950er Jahren wurde der Sakralbau behelfsmäßig instand gesetzt. 1996 gründete sich der Förderkreis zum Wiederaufbau.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Kirche in ihrer äußeren Erscheinung weitgehend wiederhergestellt. Ab 2023 folgte die Sanierung des Innenraums. Der Wiederaufbau wurde nach Angaben des Fördervereins mit rund 3,5 Millionen Euro vom Bund und knapp 3,6 Millionen Euro vom Land Brandenburg gefördert. Zudem hatte der Förderverein 1,6 Millionen an Spenden eingeworben