Weimer erinnert an Erstürmung der Stasi-Zentrale in Berlin
Berlin (epd).

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat die Erstürmung der Stasi-Zentrale in Berlin vor 36 Jahren als einen „Akt der Selbstbefreiung“ gewürdigt. Zum 36. Jahrestag am 15. Januar erklärte Weimer in Berlin, die Besetzung der Stasi-Zentrale habe den Grundstein für die spätere Aufarbeitung der Verfolgung in der SED-Diktatur gelegt.

Weimer dankte dabei „den Menschen, die mit der Einnahme der Stasi-Zentrale und der Stasi-Bezirksverwaltungen großen Mut bewiesen haben“. Mit dem Ende der Stasi sei der Weg in die Freiheit unumkehrbar gewesen.

Heute befindet sich am Ort des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg ein Standort des Bundesarchivs. Dieses leiste „einen unverzichtbaren Beitrag zur Aufarbeitung des SED-Unrechts“. Millionen Interessierte hätten bislang ihre Akten eingesehen und Einblick in die jahrelange Bespitzelung ihrer Privatsphäre erhalten.

Aufarbeitung von „zentraler Bedeutung“

Weimer betonte, die konsequente Aufarbeitung des SED-Unrechts sowie die Vermittlung der Geschichte der SED-Diktatur sei von zentraler Bedeutung: „Sie ermöglichen ein Erinnern für eine Zukunft in Freiheit, Demokratie und Würde.“

Am 15. Januar 1990 stürmten Tausende die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit in der Berliner Normannenstraße. Sie wollten verhindern, dass Akten und Beweise vernichtet werden. Bereits im Dezember 1989 hatten sich Bürgerinnen und Bürger Zugang zu den Bezirks- und etlichen Kreisämtern in der gesamten DDR verschafft. Sie hatten gefordert, die Aktenvernichtung zu unterbinden und die Archive der Stasi zu versiegeln.